Der Sturm beginnt im Nebel

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jasmin96isa Avatar

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Die Leseprobe von Flut aus schwarzem Stahl hat mich sofort in eine raue, bedrohliche Welt gezogen. Bereits die ersten Seiten erzeugen eine dichte Atmosphäre: Nebel, Meer, fremde Symbole auf roten Segeln – die drohende Gefahr ist von Anfang an spürbar. Anthony Ryan nimmt sich Zeit für Details, ohne die Spannung zu verlieren, und verankert das Geschehen fest in der Wahrnehmung seiner Figuren.

Besonders eindrucksvoll fand ich den Einstieg über Ruhlin. Die scheinbar ruhige Alltagsbeschreibung kippt abrupt in rohe Gewalt, was sehr wirkungsvoll zeigt, wie gnadenlos diese Welt ist. Die Brutalität ist nicht beschönigt, wirkt aber erzählerisch konsequent und dient klar dem Aufbau von Bedrohung und Tragik. Gleichzeitig wird mit Ruhlins innerem Konflikt und seiner unkontrollierbaren Macht eine Figur eingeführt, die neugierig macht und viele Fragen aufwirft.

Der Perspektivwechsel zu Thera vertieft das Bild des Reiches und der politischen Strukturen. Sie wirkt kühl, kontrolliert und gefährlich kompetent – eine starke Figur, die Macht, Gesetz und Gewalt in sich vereint.

Ich möchte unbedingt weiterlesen, um zu erfahren, wie sich diese verschiedenen Handlungsfäden im heraufziehenden Sturm verbinden.