Ein wirklich spannender Reihenauftakt!

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Mit Flut aus schwarzem Stahl hat Antony Ryan einen wirklich starken Auftakt für eine neue Fantasyreihe geschaffen, auch wenn mir der Einstieg ehrlicherweise nicht ganz leicht gefallen ist.

Gerade am Anfang hatte ich durch die vielen Namen, Orte und Begriffe so meine Schwierigkeiten, richtig in die Geschichte reinzukommen. Es ist definitiv kein leichtes Fantasybuch, sondern eher eines, bei dem man sich konzentrieren muss, um den Überblick zu behalten. Besonders durch die vier verschiedenen Sichtweisen und die Vielzahl an Figuren war ich zwischendurch etwas verloren und wusste nicht immer genau, wer gerade wer ist, zumindest abseits der Hauptprotagonisten.
Was das Buch aber wirklich unglaublich gut macht, ist das Worldbuilding. Die Welt wirkt bis ins Detail durchdacht. Eigene Götter, verschiedene Völker, Sagen und Landschaften sind sehr lebendig und mit viel Liebe gestaltet. Der Schreibstil unterstützt das Ganze perfekt, weil er diese düstere, atmosphärische Stimmung richtig gut transportiert. Ich konnte mir vieles bildlich vorstellen, was für mich ein großer Pluspunkt ist.

Die Geschichte selbst besteht aus vier Handlungssträngen, die sich teilweise miteinander verweben. Besonders spannend finde ich, wie sich diese Fäden entwickeln, auch wenn ich aktuell noch etwas unsicher bin, wie genau Ruhlins Geschichte in das Gesamtbild passt. Im Moment wirkt sie noch ein bisschen losgelöst von den anderen, aber ich gehe davon aus und hoffe, dass sich das in den nächsten Bänden noch zusammenfügt.
Inhaltlich muss man sagen, dass für den Umfang des Buches noch gar nicht so extrem viel passiert ist. Das ist für einen Reihenauftakt zwar nicht ungewöhnlich, aber in Kombination mit den Perspektivwechseln hat es mich manchmal etwas aus dem Lesefluss gebracht, vor allem wenn ich mich gerade erst wieder in einen Handlungsstrang eingefunden hatte.
Trotzdem hat die Geschichte definitiv etwas, das einen dranbleiben lässt. Auch wenn sie stellenweise komplex ist, wollte ich immer wissen, wie es weitergeht.