Schwieriger Einstieg in neue Fantasy-Reihe

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manuel2806 Avatar

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Mit Flut aus schwarzem Stahl legt Antony Ryan einen starken Auftakt für eine neue Fantasyreihe vor, auch wenn mir der Einstieg zunächst nicht ganz leicht gefallen ist.

Gerade zu Beginn hatte ich durch die Vielzahl an Namen, Orten und Begriffen Schwierigkeiten, richtig in die Geschichte hineinzufinden. Es handelt sich definitiv nicht um eine leichte Fantasylektüre, sondern um ein Buch, das Aufmerksamkeit und Konzentration verlangt. Vor allem die vier unterschiedlichen Perspektiven sowie die große Anzahl an Figuren haben es mir anfangs nicht leicht gemacht, den Überblick zu behalten, insbesondere bei den Nebencharakteren.

Was das Buch jedoch besonders auszeichnet, ist das beeindruckende Worldbuilding. Die Welt wirkt bis ins Detail durchdacht und lebendig. Eigene Götter, verschiedene Völker, Mythen und Landschaften werden mit viel Sorgfalt ausgearbeitet und erschaffen eine dichte, glaubwürdige Atmosphäre. Der Schreibstil unterstützt diese Wirkung hervorragend, da er die düstere und epische Stimmung sehr gut transportiert und viele Szenen bildhaft vor Augen führt.

Die Handlung entfaltet sich über vier Erzählstränge, die teilweise miteinander verknüpft sind. Gerade diese Struktur macht das Buch interessant, auch wenn ich aktuell noch nicht ganz einordnen kann, wie sich Ruhlins Geschichte in das Gesamtbild einfügt. Im Moment wirkt sie noch etwas losgelöst, doch ich gehe davon aus, dass sich die Zusammenhänge in den Folgebänden weiter erschließen werden.

Inhaltlich passiert für den Umfang des Buches noch vergleichsweise wenig, was für einen Reihenauftakt zwar nicht ungewöhnlich ist. In Kombination mit den häufigen Perspektivwechseln hat mich das jedoch stellenweise etwas aus dem Lesefluss gebracht, insbesondere dann, wenn ich mich gerade wieder in einen Handlungsstrang eingefunden hatte.

Nichtsdestotrotz besitzt die Geschichte eine klare Sogwirkung. Trotz ihrer Komplexität wollte ich stets weiterlesen und herausfinden, wie sich die einzelnen Handlungsfäden weiterentwickeln.