Wuchtiger Beginn einer dunklen Reise

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fraeuleinu Avatar

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Ich habe Flut aus schwarzem Stahl – Zeit des Zorns 1 von Anthony Ryan mit großer Erwartung gelesen und wurde von der ersten Seite an in eine rau wirkende, konsequent ausgearbeitete Welt hineingezogen. Der Roman verbindet klassisches Fantasy-Worldbuilding mit einer bedrückenden, krisenhaften Grundstimmung, in der politische Spannungen und persönliche Schicksale eng ineinandergreifen.
Besonders beeindruckt hat mich die erzählerische Konsequenz: Die Handlung entwickelt einen stetigen Sog, der kaum Pausen zulässt, ohne dabei unübersichtlich zu werden. Ryan gelingt es, Figuren mit klaren Konturen zu zeichnen, deren Motivationen nachvollziehbar bleiben, selbst wenn sie moralisch ambivalent handeln.
Auch sprachlich überzeugt der Auftakt durch Präzision und eine passende Schwere, die die bedrohliche Atmosphäre trägt, ohne ins Überladene zu kippen. Insgesamt habe ich den Roman als äußerst dichten, souverän konstruierten Reihenstart wahrgenommen, der Lust auf mehr macht und sein erzählerisches Potenzial klar ausspielt.