Vielleicht mein Einstieg in historische Krimis
Historische Romane gehören normalerweise tatsächlich nicht zu den Genres, zu denen ich von selbst greifen würde – Krimis und Thriller dafür umso mehr. Genau deshalb hat mich „Four Heads Missing“ direkt neugierig gemacht, denn die Mischung klingt für mich nach dem perfekten Einstieg in das Genre des historischen Krimis. Schon die ersten Seiten haben mich gecatcht, weil die Geschichte überhaupt nicht gemächlich beginnt, sondern direkt mit einer ziemlich düsteren und verstörenden Szene einsteigt. Auch danach entsteht schnell dieses klassische Krimi-Gefühl: ein geheimnisvoller Fund, Ermittler, offene Fragen und das Gefühl, dass hinter allem noch deutlich mehr steckt. Besonders spannend finde ich das London des späten 19. Jahrhunderts als Schauplatz und natürlich die zeitliche Nähe zu den Jack-the-Ripper-Morden. Dadurch bekommt die Geschichte für mich einen zusätzlichen Reiz, ohne dass ich das Gefühl habe, einen typischen historischen Roman zu lesen. Der Schreibstil ist angenehm direkt und flüssig und schafft es trotzdem, die Atmosphäre der damaligen Zeit entstehen zu lassen. Gleichzeitig gefallen mir die vielen konkreten Details rund um Polizei, Ermittlungen und Gerichtsmedizin, weil sie das historische Setting glaubwürdig wirken lassen. Ich möchte nach der Leseprobe definitiv wissen, was es mit den gefundenen Leichenteilen auf sich hat und wie die einzelnen Fälle zusammenhängen. Vielleicht ist dieses Buch am Ende genau der Beweis dafür, dass ich historische Romane bisher einfach nur im falschen Regal gesucht habe.