True-Crime-Fiktion, die aufgeht
Dass Thorsten Schleifs „Four Heads Missing” der zweite Band einer Reihe ist, war mir vor dessen Lektüre gar nicht recht bewusst. Schmälerte das das Lesevergnügen?
Die Handlung sei krimi-/thrillergemäß nur knapp umrissen: Während man in London eigentlich Jack the Ripper jagt, bekommt die Polizei wegen der Zustände in manchen Vierteln nicht nur Verstärkung, sondern für ebenjene auch ein neues Gebäude. Und just auf dessen Baustelle wird der Rumpf einer Frauenleiche gefunden. Doch als man noch rätselt, ob da jemand die Polizei verhöhnen will, es Zufall ist oder was sonst hinter dem Fall steckt, wird eine weitere Leiche gefunden – ebenfalls ohne Kopf … Zeit für Irene Adams und William „Will“ Berger, sich in die Ermittlungen zu stürzen.
Bei True-Crime-Fiktion bin ich regelmäßig skeptisch, weil die Mischung aus Realität und Fiktion oft nicht aufgeht. Doch Thorsten Schleifs Geschichte geht für mich auf. Warum? Zum einen schafft er es, das viktorianische London nachgerade erlebbar zu machen, man kann sich dieses düstere Setting nur zu gut vorstellen. Damit es aber nicht zu düster wird, setzt er dem mit Irene Adams eine inmitten der (besseren) Gesellschaft stehende Protagonistin entgegen. Dass sie Dinge in Erfahrung bringt, wirkt wegen ihrer Stellung (als heute würden man Escort sagen) glaubhaft und damit das so bleibt, wenn sie sich in gefährliche Gefilde begibt, stellt Schleif ihr den Leibwächter eines ihrer Klienten zur Seite. Allein der „Kontrast“ im Wesen der beiden ist herrlich … Überdies ist Schleifs Schreibstil zwar leicht und flüssig lesbar, passt jedoch in die Zeit, ohne dabei aufgesetzt zu wirken (gelingt nicht jedem Autor). Dank kurzer mit Datumsangabe versehenen Kapiteln sowie eingestreuten Uhrzeiten und Ortsangaben fühlt man sich „mittendrin“, hetzt geradezu mit den Figuren durch die Stadt, kann das Buch kaum weglegen. Während der Lektüre überlegte ich immer wieder, welche Teile der Geschichte real und welche fiktiv waren – ohne dies negativ zu meinen, sondern weil es so stimmig war. Mein Verdacht, weshalb es stimmig war: Weil der Autor als Richter Erfahrung haben dürfte, wie Fälle sich entwickeln, die Polizei ermittelt usw. und so die vorhandenen Belege aus der Zeit gut verweben konnte – und sie „nur“ in seine Handlung einbettet, dabei aber nicht übermäßig dick aufträgt. Auch wenn ich den ersten Band nicht kenne, kam ich gut zurecht, da die Fälle in sich geschlossen sind – werde die Lektüre des ersten Bandes aber möglichst noch nachholen.
Die Handlung sei krimi-/thrillergemäß nur knapp umrissen: Während man in London eigentlich Jack the Ripper jagt, bekommt die Polizei wegen der Zustände in manchen Vierteln nicht nur Verstärkung, sondern für ebenjene auch ein neues Gebäude. Und just auf dessen Baustelle wird der Rumpf einer Frauenleiche gefunden. Doch als man noch rätselt, ob da jemand die Polizei verhöhnen will, es Zufall ist oder was sonst hinter dem Fall steckt, wird eine weitere Leiche gefunden – ebenfalls ohne Kopf … Zeit für Irene Adams und William „Will“ Berger, sich in die Ermittlungen zu stürzen.
Bei True-Crime-Fiktion bin ich regelmäßig skeptisch, weil die Mischung aus Realität und Fiktion oft nicht aufgeht. Doch Thorsten Schleifs Geschichte geht für mich auf. Warum? Zum einen schafft er es, das viktorianische London nachgerade erlebbar zu machen, man kann sich dieses düstere Setting nur zu gut vorstellen. Damit es aber nicht zu düster wird, setzt er dem mit Irene Adams eine inmitten der (besseren) Gesellschaft stehende Protagonistin entgegen. Dass sie Dinge in Erfahrung bringt, wirkt wegen ihrer Stellung (als heute würden man Escort sagen) glaubhaft und damit das so bleibt, wenn sie sich in gefährliche Gefilde begibt, stellt Schleif ihr den Leibwächter eines ihrer Klienten zur Seite. Allein der „Kontrast“ im Wesen der beiden ist herrlich … Überdies ist Schleifs Schreibstil zwar leicht und flüssig lesbar, passt jedoch in die Zeit, ohne dabei aufgesetzt zu wirken (gelingt nicht jedem Autor). Dank kurzer mit Datumsangabe versehenen Kapiteln sowie eingestreuten Uhrzeiten und Ortsangaben fühlt man sich „mittendrin“, hetzt geradezu mit den Figuren durch die Stadt, kann das Buch kaum weglegen. Während der Lektüre überlegte ich immer wieder, welche Teile der Geschichte real und welche fiktiv waren – ohne dies negativ zu meinen, sondern weil es so stimmig war. Mein Verdacht, weshalb es stimmig war: Weil der Autor als Richter Erfahrung haben dürfte, wie Fälle sich entwickeln, die Polizei ermittelt usw. und so die vorhandenen Belege aus der Zeit gut verweben konnte – und sie „nur“ in seine Handlung einbettet, dabei aber nicht übermäßig dick aufträgt. Auch wenn ich den ersten Band nicht kenne, kam ich gut zurecht, da die Fälle in sich geschlossen sind – werde die Lektüre des ersten Bandes aber möglichst noch nachholen.