Hübsche Nägel - nichts darunter

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Fünf Jahre nun wohnt Ning über ihrem Nagelstudio und managt den Laden, kommt als Erste, geht als Letzte. Früher war sie Boxerin, bis sie umschulen musste. Ihre Mitarbeiterinnen tragen alle schwarz und ein Namensschild "Susan", weil die Kundschaft sie wohl nicht auseinanderhalten kann. Die weißen Kundensessel stehen nebeneinander, die Mitarbeiterinnen sitzen tiefer - aber das Bild täuscht, denn sie sind die eigentlichen Bosse. Und sie bekommen viel zu hören ...
Vor etlichen Jahren ging mal ein Bild im www herum, dass solche Sessel zeigt, auf denen weiße Frauen saßen und tiefer asiatisch stämmige Frauen. Ich fand es damals ziemlich plump. Zum einen handelt es sich um einen guten, ehrlichen Job, für den gerade ältere Menschen dankbar sein dürften. Zum anderen hat es die hart arbeitenden Frauen verkannt - und zwar beide Seiten. Vielleicht hatte die Autorin ähnliche Gedanken, denn sie zeigt sicher keine Opfer, sie zeigt den Alltag und Ning ist tonangebend. Wie genau es umgesetzt wurde, muss sich natürlich erst zeigen. Laut Klappentext werden etliche Probleme angezeigt: Klasse und Machtspielchen in etwa. Schade fände ich, wenn dies dann einer bestimmten Herkunft zugeordnet würde. Im Beruf arbeiten alle möglichen Leute. Der Prolog las sich jedenfalls sehr gut, danach ging es mit ein bisschen zu viel Infodump weiter, der sich aber hoffentlich später verliert. Der Einblick durch diese Geschichte wird sicher interessant.