Vom Boxring ins Nagelstudio

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xirxe Avatar

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Ein ganz normaler Morgen: Die Ich-Erzählerin eröffnet ihr Nagelstudio, in dem alle Angestellten unabhängig von ihrem echten Namen "Susan" heißen – austauschbar, effizient, für die Kundschaft ohne Unterschied. Mit ihrer Kollegin Mai geht sie die Termine durch und denkt über die neue, sehr junge Angestellte nach, die heute anfängt. Dazwischen tauchen immer wieder Erinnerungen und Gedanken auf: die Boxhalle, ihr Trainer Murch, ihre nüchtern-harte Weltsicht auf Kundschaft, Körper und Zugehörigkeit.
Es ist ein sehr eigener, kantiger Stil: Die kurzen, abgehackten Sätze passen ideal zur Ich-Erzählerin, sie wirken fast wie ein Stakkato im Boxring. Die Erzählerin "boxt" sich noch immer durchs Leben, taxiert Menschen, hält die Deckung oben.
Genial finde ich das Bild der austauschbaren "Susans" – eine bittere, treffende Beobachtung darüber, wie migrantische Dienstleistungsarbeit von Kundschaft entpersonalisiert wird, während die Erzählerin diese Anonymisierung selbst zynisch-pragmatisch verwaltet, statt sie nur zu erleiden.
Ein ungewöhnliches Buch, das ich gerne lesen möchte.
Ach ja, das Cover: Super passend zum Sommer, fröhlich-bunt, auch wenn das vermutlich nicht unbedingt der Realität entspricht.