A day in the life...
A day in the life... Ein Tag in einem Nagelstudio. Wer kennt das ? Niemand? Dann unbedingt "Frag Susan" lesen. Eine wunderbare Story der Kanadierin Souvankham Thammavongsa. Es offenbart sich ein Mikrokosmos aus Überlebenskampf, Menschlichkeit, Zusammengehörigkeit und Humor. Wie gewinnt man Kundinnen? Wie hält man sie am Start? Wie verkauft man ihnen mehr? In Nings Nagelstudio heißen alle weiblichen Angestellten Susan, haben gleichlange schwarze Haare und sind unisono schwarz gekleidet. Alle Susens betreiben eine wichtige Dienstleistung - sie helfen den schönen Schein zu wahren, in einer Welt, in der Viele für ein gutes Leben kämpfen müssen, Männer mit Geld an ihrer Seite brauchen oder einfach nur Reden wollen; das tun sie, indem sie die Körper der Kundinnen auf 'Vordermann' bringen. Als Ausgleich für ihren Niedriglohnsektor-Einsatz lästern sie in ihrer Landessprache über die Kundinnen. Den ganzen Tag über passiert eigentlich nichts Ungewöhnliches, gleichwohl erzählt dieser eineTag eine ganze Welt... auch über Ning und ihre Vergangenheit (im ersten Leben war sie Boxerin, hat da wichtige 'Überlebensformeln' für sch gelernt). Eigentlich ist der Roman nahezu ein einziger innerer Monolog. "Wer es schafft, bei der ersten Begegnung in fünf Minuten sein Leben zu erzählen, ist richtig hier in meinem Laden." Ning, die strenge, aber liebenswerte Chefin: "Wenn du die Chefin bist, musst du Distanz halten, damit der Laden läuft." Und: "Ich will nicht, dass sie wissen, wie froh ich bin. Ich sage nicht danke, ich sage nie, dass ich irgendwas will. Ich hatte Hunger. Und sie haben an mich gedacht." Unbedingte Leseempfehlung!