Ein Arbeitstag
"Frag nach Susan" beleuchtet einen Tag im Nagelstudio. Was zunächst einmal ziemlich alltäglich wirkt, entfaltet auf dem Seiten eine Auseinandersetzung mit Hierarchien, Anonymität, Machtpositionen und zwischenmenschliche Kommunikation. Die Leser:innen bleiben durch den Schreibstil distanziert zum Geschehen, aber auch der Protagonist, was die aufgegriffen Anonymität weiterhin beleuchtet und verstärkt. In dem kurzen Buch und der auf einem Tag beschränkten Handlung bleibt die Protagonistin gast ungreifbar in dem, was sie ausmacht. Die Leser:innen begeben sich fast schon in die Rolle einer Person, welche zum Probearbeiten im Nagelstudio ist. Die Arbeitsprozesse inklusive ihrer Besonderheiten werden deutlich während die Figuren blass und fern erscheinen - ähnlich zu einem tatsächlichen ersten Arbeitstag tasten sich die Leser:innen nur langsam an die anderen Mitarbeitenden.
Die Thematik der Hierarchien, insbesondere im Hinblick auf patriarchale und rassistische Strukturen in der Gesellschaft, hatte ich etwas vertiefter erwartet.
Ein kurzer Roman, welcher insbesondere in seiner Reflexion im Nachhinein seine Kraft entfaltet.
Die Thematik der Hierarchien, insbesondere im Hinblick auf patriarchale und rassistische Strukturen in der Gesellschaft, hatte ich etwas vertiefter erwartet.
Ein kurzer Roman, welcher insbesondere in seiner Reflexion im Nachhinein seine Kraft entfaltet.