Ein (oberflächlicher) Tag der Susans

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
naddarat Avatar

Von

Das Cover ist großartig und greift Stellen des Romans perfekt auf.

Leider konnte mich der Inhalt nicht so überzeugen. Anfangs war ich sehr interessiert an der Entwicklung der Geschichte und die Behandlung der angesprochenen Themen vom Klappentext. Ning, Mai, Annie und Noi arbeiten in einem Nagelstudio. Alle vier kleiden und stylen sich gleich und geben sich als Susan aus, da die Kunden ihre Namen eh nicht aussprechen könnten.

Der Roman blieb für mich sehr oberflächlich. Die "Susans" bleiben sowohl gegenüber ihren Kundinnen als auch dem Leser unnahbar und wenig greifbar. Nings ehemalige Boxerkarriere wird häufig aufgegriffen, allerdings nicht weiter drauf eingegangen.

Themen wie Rassismus und Klassengesellschaft werden angeschnitten, aber nur oberflächlich betrachtet. Die Passagen, die mich zum Nachdenken angeregt haben, kamen meist von Ning und ihren Kolleginnen selbst, als sie sich selbst herabwürdigten indem sie z.B. Sprache nachäfften. Leider wurden manche Kundinnen durch die Dialoge zwischen Ning und ihren Kolleginnen in ein schlechteres Licht gerückt, als ihnen zugestanden hätte. Herabwürdigungen habe ich hauptsächlich von Nings ehemaliger Chefin wahrgenommen, von der Kundschaft nur sehr subtil.

Der Roman ist schnell und aufgrund der tollen Schreibweise leicht zu lesen. Leider hat es aber meine Erwartungen an ein Buch, das nachwirkt, nicht erfüllt.