Ein Tag im Leben einer Unsichtbaren

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Alles an diesem Buch ist ungewöhnlich. Das tolle Cover, der Titel und ja, auch die Handlung. Im Mittelpunkt steht ein Nagel- und Kosmetikstudio irgendwo in den USA, es könnte aber auch überall auf der Welt sein. Die Mitarbeiterinnen kleiden sich alle gleich, haben die gleiche Frisur, geben sich sogar den gleichen Namen. Susan. Alle kommen aus Asien, ihr eigentliches Leben bleibt aber im unklaren, interessiert die Kunden nicht. Diese drehen sich am liebsten um sich selbst. Ihre Befindlichkeiten, ihre Nöte, ihre Sorgen. Niemand schaut hinter die Fassade, niemand hinterfragt, niemand nimmt die fleißigen Arbeiterinnen wirklich wahr. Das ist erschreckend, aber wahrscheinlich sehr nah an der Realität. Dennoch sind Mai, Noi, Annie und ihre Chefin nicht schwach, eher im Gegenteil. Sie klatschen, ziehen über ihre Kundinnen her, machen sich lustig. Und das alles in einer Sprache, die ihr Gegenüber in der Regel nicht versteht, auch gar nicht verstehen will. Trotz des sehr klaren, direkten und realistischen Schreibstils, springt bei mir der Funke nicht richtig über. Die Hauptfigur, aber auch die anderen Figuren sind mir nicht sympathisch, das sollen sie vielleicht auch gar nicht sein. Sie sind auch sehr unnahbar, was wahrscheinlich auch der Situation geschuldet ist, für mich aber keine wirkliche Nähe zu den Figuren und der Handlung aufkommen lässt. Daran ändert auch der Blick in die Vergangenheit. Der Hauptfigur und ihre frühere Karriere als Boxerin nichts. Ich denke, dieser Aspekt soll zeigen, dass die taffe Hauptfigur auch einmal andere Träume und Hoffnungen hatte. Irgendwie wirken diese Passagen auf mich aber seltsam fremd. So lese ich diesen Roman eher wie einen Blick durchs Schaufenster. Ich tauche nicht richtig ein, bleibe auf Distanz. Das ist etwas schade, vielleicht ist es auch so gewollt. Dennoch finde ich, dass dieses Buch etwas besonderes ist und damit durchaus lesenswert.