großartig

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bobbember Avatar

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„Frag nach Susan“ hat mir wirklich unglaublich gut gefallen. Ich fand den Roman großartig und vor allem die Art und Weise, wie das Thema Rassismus behandelt wird, hat mich sehr beeindruckt.

Im Mittelpunkt steht Ning, eine pensionierte Boxerin, die in einem Nagelstudio arbeitet. Dort heißen plötzlich alle Mitarbeiterinnen „Susan“, tragen dieselbe Kleidung und sehen auf den ersten Blick nahezu gleich aus. Ihre tatsächlichen Namen können oder wollen die Kundinnen ohnehin nicht richtig aussprechen. Was zunächst fast absurd und humorvoll wirkt, bekommt dadurch schnell eine bitterernste Bedeutung.

Ning nimmt uns durch ihren ganz normalen Arbeitsalltag mit und zeigt dabei schonungslos, was hinter den freundlichen Fassaden passiert. Die kleinen Bemerkungen, die Herablassungen und die Selbstverständlichkeit, mit der manche Kundinnen über die Frauen im Nagelstudio hinwegsehen, machen deutlich, wie alltäglich und subtil Rassismus und Klassismus sein können. Genau diese Darstellung hat mir besonders gut gefallen.

Dabei ist das Buch keineswegs trocken oder belehrend. Im Gegenteil: Es steckt voller bissigem Humor und erzählt von den persönlichen Kämpfen, Wünschen und Ängsten der Frauen. Gerade diese Mischung aus Witz, Gesellschaftskritik und einer sehr persönlichen Geschichte fand ich unglaublich gelungen.

Besonders stark fand ich die Perspektive von Ning. Durch ihre Beobachtungen bekommt man einen ganz anderen Blick auf die vermeintlich privilegierte Welt der Kundinnen und darauf, wie unterschiedlich Menschen denselben Ort und dieselben Situationen wahrnehmen können. Das Buch regt definitiv zum Nachdenken darüber an, wie wir andere Menschen betrachten und welche Vorurteile wir vielleicht selbst mit uns herumtragen.

Für mich ein wirklich außergewöhnlicher Roman, der wichtige Themen auf intelligente, unterhaltsame und gleichzeitig sehr eindringliche Weise behandelt. Ich habe „Frag nach Susan“ sehr gerne gelesen und kann das Buch absolut empfehlen. Eine ganz klare 5-Sterne-Lektüre!