Interessante Einblicke

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pusteblümchen Avatar

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Die zweiundvierzigjährige Protagonistin Ning war früher Boxerin. Inzwischen ist sie dafür zu alt und arbeitet in einem Nagelstudio. Die dortige Kundschaft interessiert sich jedoch kaum für die Identität der Angestellten: Für sie heißen alle Mitarbeiterinnen dort schlicht „Susan“. Ning weiß genau, worauf es in diesem Job ankommt: Es geht nicht allein um gemachte Nägel, sondern um das Zuhören und dass für die Kundschaft alles schön einfach für sie ist.

Ich fand es schwierig Zugang zu Ning zu bekommen, aber ich denke, dass die Autorin diese Distanz ganz bewusst schaffen wollte. Sie gibt nicht viel über sich Preis, stattdessen ist sie diejenige, die alles über andere Menschen erfährt. Ihre Kunden haben keine Geheimnisse und reden sich in wenigen Minuten ihre Last von der Seele.

Mit ihrem Buch gibt die Autorin einen interessanten Einblick in eine der vielen Dienstleistungsbranchen, von denen jeder von uns die ein oder andere in Anspruch nimmt.
Es ist ein eindringlicher Roman, über Vorurteile, Klischees und Machtverhältnisse, der bewegend aber auch ein wenig skurril anmutet. Gleichzeitig wird einem bewusst was hinter einigen Selbstverständlichkeiten unseres Lebens steckt und wie die andere Seite aussieht.

Es ist ein leiser, aber tiefgründiger Roman, der den Blick auf die Menschen schärft, die in unserem Alltag oft unsichtbar bleiben.