Kratzt kaum am Lack

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julemaus94 Avatar

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Nagelstudios und Menschen, die diese besuchen, finde ich ja schon faszinierend. Gerne laufe ich am Schaufenster vorbei und denke darüber nach, welche Art von Menschen sich die Nägel so hübsch machen lassen und was ihnen so durch den Kopf geht, während eine fremde Person ihnen den Dreck und die Hornhaut abhobelt.

Viel spannender ist aber der Blick in den Kopf derjenigen, die auf der anderen Seite dieser Tische sitzen!

Ning führt seit Jahren ein Nagelstudio, ihre Angestellten heißen alle Susan- um der Kundschaft die Anpsrache zu erleichtern. Schon immer hält sie die Menschen, die sich von ihr die Nägel machen lassen, zu oberflächlich, um das asiatische Personal auseinander zu halten. Auch sonst möchte man vermutlich lieber nicht wissen, welche Meinung sie über sie hat.

Das klingt alles sehr bissig und schwarzhumorig, der Verlag wirbt mit bissigem Witz über Klassenkampf und inneren Kämpfen. Mir kommt das leider etwas zu kurz. Streckenweise liest es sich eher wie eine lange Kurzgeschichte als wie ein ausgefeilter Roman. Oft kratzt die Erzählung nur an der Oberfläche, bildet Momentaufnahmen ab, ohne in die Tiefe zu gehen.

Allein über Ning hätte ich gerne so viel mehr erfahren, da sie sich eigentlich nach einer Person mit spannender Vergangenheit anhört. Aber auch hier erhält man nur einzelne EInblicke, die kein stimmiges Ganzes ergeben.

Insgesamt ganz nett, aber es kratzt wirklich nur an der Oerfläche- am Lack.