Mit Haltung und Humor

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davina Avatar

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„Frag nach Susan“ von Souvankham Thammavongsa ist eine unterhaltsame und zugleich kluge Geschichte über Frauen, die in einem Nagelstudio arbeiten und dabei weit mehr mitbringen als das Klischee ihnen einräumt.

Im Zentrum steht die Welt eines geschäftigen Nagelsalons. Man begleitet die dort arbeitenden Frauen durch ihren Alltag voller Nagellacke, Kundenwünsche, Alltagsdramen und kleinerer wie größerer Lebenskrisen. Was auf den ersten Blick wie eine einfache Kulisse wirkt, verwandelt sich unter Thammavongsas Feder rasch in eine tiefgründige und hochamüsante Bühne des Lebens.
Besonders gut gefallen hat mir, wie kompromisslos das Buch mit dem gängigen Klischee aufräumt, Nagelsalon-Mitarbeiterinnen seien stumm, unterwürfig oder meinungslos. Die Charaktere sprühen vor Eigenwilligkeit, Beobachtungsgabe und trockenem Humor. Sie haben glasklare Meinungen zu ihren Kundinnen, lassen sich nicht den Mund verbieten und begegnen der Welt mit einer Dosis Pragmatismus und Haltung.
Die Sprache von Souvankham Thammavongsa macht das Lesen zu einem echten Genuss. Ihr Stil kommt ohne unnötigen Schnörkel aus; sie schreibt präzise, auf den Punkt und besitzt ein Gespür für Pointen und feine Zwischentöne. Es ist diese gelungene Mischung aus leichtfüßiger Unterhaltung und treffsicherer Beobachtung, die den Text so lebendig wirken lässt.
Wer Lust auf ein Buch hat, das mit Sprachwitz besticht, mit Stereotypen aufräumt, aber durch Beobachtung statt spekulärer Handlung besticht und schlichtweg großes Lesevergnügen bereitet, sollte „Frag nach Susan“ ganz oben auf die Leseliste setzen.