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Rezension zu „Frag nach Susan“ von Souvankham Thammavongsa

„Frag nach Susan“ von Souvankham Thammavongsa ist ein Buch, das mich insgesamt mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat. Einerseits fand ich die Geschichten durchaus unterhaltsam und stellenweise interessant, andererseits konnten sie mich nicht wirklich packen oder nachhaltig beeindrucken. Ich hatte mir von dem Buch etwas mehr Tiefgang erhofft und hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass vieles eher an der Oberfläche bleibt.

Positiv fand ich zunächst, dass sich das Buch sehr leicht lesen lässt. Der Schreibstil ist unkompliziert und teilweise bewusst etwas abgehackt. Dadurch kommt man schnell durch die einzelnen Geschichten. Gleichzeitig hatte ich beim Lesen den Eindruck, dass die besondere kulturelle Perspektive der Autorin immer wieder durchscheint. Die Art, wie die Figuren miteinander sprechen und sich unterhalten, wirkt teilweise sehr direkt und anders, als man es aus vielen deutschsprachigen Büchern gewohnt ist. Gerade diese Besonderheit hat das Buch für mich an einigen Stellen interessant gemacht.

Besonders spannend fand ich die Einblicke in die Lebenswelt der Frauen, die in den Geschichten vorkommen. Durch die Gespräche und Situationen bekommt man einen Eindruck davon, wie die Figuren miteinander umgehen, worüber sie sprechen und welche Vorstellungen und Klischees dabei eine Rolle spielen. Auch das Umfeld rund um das Nagelstudio fand ich interessant. Man kann sich die Atmosphäre gut vorstellen und bekommt einen Einblick in eine Lebenswelt, mit der man im Alltag vielleicht nicht unbedingt in Berührung kommt.

Auch die Darstellung bestimmter kultureller Klischees fand ich interessant. Das Buch vermittelt eine Perspektive, die nicht unbedingt der entspricht, die man aus vielen westlichen Geschichten kennt. Dadurch ergeben sich einige interessante Beobachtungen über zwischenmenschliche Beziehungen, Erwartungen und den Umgang miteinander.

Allerdings hatte ich gleichzeitig das Gefühl, dass genau hier noch deutlich mehr möglich gewesen wäre. Das Buch wurde mit Humor beschrieben und sollte mich vermutlich an vielen Stellen zum Lachen bringen. Bei mir hat das jedoch nur teilweise funktioniert. Ich musste beim Lesen nicht besonders oft lachen und fand viele Situationen eher interessant als wirklich komisch. Der Humor hat mich deshalb nicht so erreicht, wie ich es erwartet hatte.

Was mir außerdem gefehlt hat, war mehr Tiefe. Ich hatte mir von dem Buch mehr erhofft als eine Reihe von unterhaltsamen Situationen und Beobachtungen. Einige Themen werden angesprochen, aber für meinen Geschmack nicht ausreichend weitergeführt oder vertieft. Dadurch hatte ich stellenweise den Eindruck, dass vieles zwar nett zu lesen ist, aber nicht unbedingt einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Gerade weil die Geschichten teilweise sehr kurz und der Schreibstil so reduziert sind, bleiben manche Figuren und Situationen für mich etwas zu oberflächlich. Ich hätte mir gewünscht, dass einzelne Themen länger ausgearbeitet werden und man mehr über die Gedanken, Gefühle und Hintergründe der Figuren erfährt. So konnte ich mich zwar gut in die beschriebenen Situationen hineinversetzen, emotional hat mich das Buch aber nicht besonders stark erreicht.

Trotzdem möchte ich dem Buch zugutehalten, dass es eine ganz eigene Atmosphäre entwickelt. Der reduzierte Schreibstil passt durchaus zu den Geschichten und macht sie leicht zugänglich. Man muss sich nicht durch komplizierte Formulierungen arbeiten, sondern kann sich auf die jeweiligen Situationen und Figuren konzentrieren. Gerade diese Einfachheit kann auch eine Stärke des Buches sein.

Für mich persönlich war es allerdings nicht ganz das richtige Buch. Ich hatte mir mehr Tiefgang und mehr überraschende oder wirklich humorvolle Momente erhofft. Stattdessen blieb bei mir häufig der Eindruck zurück, dass interessante Themen zwar angerissen, aber nicht vollständig ausgeschöpft werden. Dadurch hatte ich nach dem Lesen nicht das Gefühl, eine besonders tiefgründige oder bewegende Lektüre gelesen zu haben.

Mein Fazit fällt deshalb eher durchwachsen aus. „Frag nach Susan“ ist ein leicht zu lesendes Buch mit einem ungewöhnlichen und interessanten Schreibstil. Besonders die kulturellen Einblicke und die Beobachtungen über die Figuren fand ich spannend. Auch die Atmosphäre rund um die Frauen und das Nagelstudio konnte ich mir gut vorstellen.

Trotzdem hat mich das Buch insgesamt nicht umgehauen. Der angekündigte Humor hat bei mir nicht so richtig gezündet, und vor allem hat mir die inhaltliche Tiefe gefehlt. Ich hatte mir von den Geschichten mehr erhofft und hätte mir gewünscht, dass bestimmte Themen und Figuren stärker ausgearbeitet werden.

Insgesamt würde ich „Frag nach Susan“ daher als interessant und leicht zu lesen, aber für meinen Geschmack zu oberflächlich und nicht besonders tiefgründig beschreiben. Als lockere Lektüre für zwischendurch ist das Buch durchaus geeignet. Für mich persönlich hat es jedoch nicht ganz das gehalten, was ich mir davon versprochen hatte.