Tägliche Tristesse

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Mich hat das Buch leider nicht abgeholt. Die Prämisse klang super, der Stil der ersten zwei Kapitel passte zum Versprechen: Eine Abrechnung damit, wie Menschen mit migrantischem Hintergrund in Niedriglohnjobs übersehen, übergangen, nicht als Menschen wahrgenommen werden. Über einen Tag begleiten wir das Team aus "Susans" im Nagelstudio und bekommen durch ihre Augen Schlaglichter auf die Kunden, die alle glauben, sie spielen nicht nur die Hauptrolle in ihrem eigenen Leben, sondern auch in dem der Nail Artists. Doch eine Handlung fehlt dem Buch. Es gibt keine Veränderungen, keine Spannung und die angedeuteten Einblicke in die Gedanken und Geschichte der Protagonistin laufen wiederholt ins Leere. Sie wirkt, als würde sie nach Belieben und mit Bissigkeit (oder einem Hauch Verbitterung?) durch die Leben ihrer Kunden gleiten, rein und wieder raus, ohne dabei ein eigenes Leben oder etwas mit Bedeutung für sich selbst aufzubauen.