Toller Ton und spannendes Setting, aber tendenziell zu oberflächlich
Ich habe viel Gutes über das Buch gehört und auch der Klappentext klang nach einem tollen Setting plus politisch relevanter Storyline. Das hat sich zwar grundsätzlich bewahrheitet, ich war mit der Umsetzung auf Figurenebene aber trotzdem nicht ganz glücklich.
Souvankham Thammavongsa hat für ihre etwas skurrile Geschichte einen trockenen Ton mit bissigem Humor gewählt, der mir gut gefallen hat und auch dem Rahmen angemessen war. Ning wirkt als Nagelstudiobesitzerin und ehemalige Boxerin eher abgeklärt und blieb mir bis zum Schluss ziemlich fremd. Vieles aus ihrer Vergangenheit und ihrem aktuellen Leben bleibt nur angedeutet, was ich wirklich schade fand. Zwar blitzt ihre Empathie immer mal wieder durch, aber insgesamt verbleibt die Leser*innenschaft tendenziell auf Distanz.
Auch die anderen Susans des Salons bekam ich emotional nicht wirklich zu greifen, dabei hätte ich die Figuren gern vielschichtiger kennengelernt. Andererseits haben mir die internen Gespräche zwischen den Mitarbeiterinnen gut gefallen. Sie zeugen von einem bissig-sarkastischen Humor bei gleichzeitiger Verbundenheit.
Die spitzen politischen Bemerkungen - etwa dazu, dass sie halt alle Susan heißen und ähnlich aussehen sollen, weil Weiße sie eh nicht auseinander halten könnten - fand ich wundervoll eingesetzt. Und auch die vielen Begegnungen mit Kund*innen waren schnelllebig und reizvoll. Allerdings hat mir auch da oft die Tiefe gefehlt und ich habe mir wiederholt mehr Nähe sowie direktere Reibung erhofft.
Ein kurzweiliges Werk mit gutem, bissigem Fundament und einem etwas skurrilen Setting, das zwar Spaß macht, für mich allerdings Tiefe auf Figurenebene vermissen ließ. Vielleicht ist die Distanz auch von der Autorin intendiert gewesen, aber auf die Art konnte der Roman einfach nicht meinen Erwartungen entsprechend performen.
3,5 ⭐️
Souvankham Thammavongsa hat für ihre etwas skurrile Geschichte einen trockenen Ton mit bissigem Humor gewählt, der mir gut gefallen hat und auch dem Rahmen angemessen war. Ning wirkt als Nagelstudiobesitzerin und ehemalige Boxerin eher abgeklärt und blieb mir bis zum Schluss ziemlich fremd. Vieles aus ihrer Vergangenheit und ihrem aktuellen Leben bleibt nur angedeutet, was ich wirklich schade fand. Zwar blitzt ihre Empathie immer mal wieder durch, aber insgesamt verbleibt die Leser*innenschaft tendenziell auf Distanz.
Auch die anderen Susans des Salons bekam ich emotional nicht wirklich zu greifen, dabei hätte ich die Figuren gern vielschichtiger kennengelernt. Andererseits haben mir die internen Gespräche zwischen den Mitarbeiterinnen gut gefallen. Sie zeugen von einem bissig-sarkastischen Humor bei gleichzeitiger Verbundenheit.
Die spitzen politischen Bemerkungen - etwa dazu, dass sie halt alle Susan heißen und ähnlich aussehen sollen, weil Weiße sie eh nicht auseinander halten könnten - fand ich wundervoll eingesetzt. Und auch die vielen Begegnungen mit Kund*innen waren schnelllebig und reizvoll. Allerdings hat mir auch da oft die Tiefe gefehlt und ich habe mir wiederholt mehr Nähe sowie direktere Reibung erhofft.
Ein kurzweiliges Werk mit gutem, bissigem Fundament und einem etwas skurrilen Setting, das zwar Spaß macht, für mich allerdings Tiefe auf Figurenebene vermissen ließ. Vielleicht ist die Distanz auch von der Autorin intendiert gewesen, aber auf die Art konnte der Roman einfach nicht meinen Erwartungen entsprechend performen.
3,5 ⭐️