ungewöhnlich

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gihild Avatar

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Ein Tag in einem Nagelstudio. Ning, die Besitzerin, beschreibt, welche Kunden an diesem Tag ihren Laden besuchen. Sie erzählt von ihren Susans, ihren Charaktermerkmalen, von den Kunden, über die sie zusammen lästern. Ist stolz auf ihre Selbständigkeit, genießt die totale Kontrolle über den Laden. Das Thema Kontrolle zieht sich durch die ganze Geschichte. Kontrolle über die anderen Susan´s, Kontrolle über die Utensilien im Laden, Kontrolle über sich selber. Sie zieht immer wieder Vergleiche zu ihrem vorherigen Leben als Boxerin. Sie führt auch den Laden so, wie sie sich damals im Ring verhalten hat („Der Laden ist jetzt mein Ring“). Keine Annäherungen an ihre Angestellten, keine Schwäche zeigen. Man merkt, dass sie noch an diesem alten Leben hängt. Über Instagram informiert sie sich regelmäßig über ihren alten Trainer, ist neidisch auf seinen „ neuen Floh“, die ihren Platz eingenommen hat. Und permanent läßt sie durchklingen, wie zufrieden sie ist, wie unkompliziert dieses Leben für sie sei.
Doch je mehr man liest und je öfter sich manche Sätze wiederholen, entsteht eine gewisse Eintönigkeit, die die tiefere Schicht dieses Buches zutage bringt. Ning ist eine zutiefst verletzte, traurige Frau, die sich nicht öffnen kann und dadurch immer einsamer wird.
Das Cover mit den bunten Nails macht diesen Zwiespalt sehr deutlich. Ebenso der eingängige Schreibstil, der es einem leicht macht, das Buch in einem Rutsch zu lesen.
Ein wirklich ungewöhnliches Buch.
Fazit: Bei den ersten Seiten habe ich gedacht: ein witziges Buch.
Nach Seite 60 dachte ich: ein langweiliges Buch
Und erst danach ist mir aufgegangen, wieviel Tiefe in dieser leicht schnoddrigen Schreibweise liegt. Wie subtil die Gefühle der Protagonistin herausgearbeitet wurden.
Zum Schluss dachte ich: ein wunderschön geschriebenes, trauriges Buch. Daher 4 bunte Sterne.