Liebevoller Familienalltag trifft auf kindlichen Eigensinn
Katja Alves erzählt mit „Frau Rose zieht ein (ob Lizzy will oder nicht)“ eine warmherzige, aus dem echten Leben gegriffene Kindergeschichte, die mit viel Feingefühl die kleinen und großen Sorgen Heranwachsender einfängt. Besonders die liebevoll gepflegten Rituale der Familie – wie der fest verankerte „Papa-Tag“, an dem das Gedenken an den vor Jahren verunglückten Vater auf ganz selbstverständliche Weise lebendig gehalten wird – verleihen dem Einstieg eine schöne emotionale Tiefe. Auch die kindliche Perspektive von Lizzy ist treffend und amüsant getroffen: Das Unverständnis für Mamas Geldsorgen, die Eifersucht auf die wohlhabende Freundin und die Verbundenheit mit ihrer zahmen Haustierratte Filibert in der geheimen Rumpelkammer wirken authentisch und lebendig. Die charmanten Schwarz-Weiß-Illustrationen von Daniela Kunkel runden das Buch optisch wunderbar ab.
Dennoch bleibt die Handlung in sehr vorhersehbaren und einfachen Bahnen für die jüngere Zielgruppe. Der klassische Konflikt – das eigene geliebte Zimmer muss wegen einer Mieterhöhung an zahlende Touristen abgegeben werden und man soll zur kleinen Schwester ziehen – ist ein altbekanntes Motiv, das wenig Überraschungen bietet. Lizzys Trotzreaktion und ihr naiver Versuch, die französische Gästin prompt zum Schlafen in die Badewanne zu verfrachten, sorgt zwar für ein Schmunzeln, bedient aber die typischen Schablonen humorvoller Vorlese- und Erstlesebücher. Sprachlich und thematisch ist das Ganze rundum sympathisch, aber eben ganz bewusst schlicht und ohne tiefere literarische Ecken und Kanten gehalten.
Ich werde dieses Buch eher nicht weiterlesen. Für die empfohlene Altersgruppe von jungen Leserinnen und Lesern sowie zum gemeinsamen Vorlesen in Familien ist es sicherlich eine herzerwärmende, tröstliche und unterhaltsame Lektüre; für meinen eigenen Lesegeschmack fehlt es hier jedoch an Spannung und psychologischer Tiefe.
Dennoch bleibt die Handlung in sehr vorhersehbaren und einfachen Bahnen für die jüngere Zielgruppe. Der klassische Konflikt – das eigene geliebte Zimmer muss wegen einer Mieterhöhung an zahlende Touristen abgegeben werden und man soll zur kleinen Schwester ziehen – ist ein altbekanntes Motiv, das wenig Überraschungen bietet. Lizzys Trotzreaktion und ihr naiver Versuch, die französische Gästin prompt zum Schlafen in die Badewanne zu verfrachten, sorgt zwar für ein Schmunzeln, bedient aber die typischen Schablonen humorvoller Vorlese- und Erstlesebücher. Sprachlich und thematisch ist das Ganze rundum sympathisch, aber eben ganz bewusst schlicht und ohne tiefere literarische Ecken und Kanten gehalten.
Ich werde dieses Buch eher nicht weiterlesen. Für die empfohlene Altersgruppe von jungen Leserinnen und Lesern sowie zum gemeinsamen Vorlesen in Familien ist es sicherlich eine herzerwärmende, tröstliche und unterhaltsame Lektüre; für meinen eigenen Lesegeschmack fehlt es hier jedoch an Spannung und psychologischer Tiefe.