Sarkastisch, traurig und wunderschön ehrlich

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zippi Avatar

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Schon die ersten Seiten haben mich mit ihrem herrlich bissigen und sarkastischen Humor sofort abgeholt. Die Szenen rund um die Kunstausstellung und die oberflächlichen Reaktionen der reichen Erwachsenen waren gleichzeitig absurd, witzig und unangenehm ehrlich. Besonders der Satz, dass sich die Panik ausbreitet „wie als ob jemand in ein Zelt pisst“, hat mich wirklich zum Lachen gebracht.
Gleichzeitig schafft es Fredrik Backman aber auch, zwischen all dem Sarkasmus eine traurige und berührende Geschichte aufzubauen. Vor allem Louisas Vergangenheit, der Verlust ihrer Eltern und die Freundschaft zu Fish haben mich emotional überrascht. Dass Fish später nicht mehr da ist, gibt der Geschichte plötzlich eine ganz andere Tiefe.
Besonders gefallen hat mir außerdem der Schreibstil. Obwohl nicht in der Ich-Perspektive erzählt wird, fühlt man sich Louisa unglaublich nah. Ihre Gedanken, ihre Unsicherheit und ihr Humor wirken dadurch sehr lebendig und authentisch.
Auch das Cover gefällt mir richtig gut. Mit den weichen Farben und der aquarellartigen Gestaltung wirkt es gleichzeitig ruhig, kreativ und ein wenig melancholisch — passend zu der besonderen Stimmung der Geschichte.
Die Mischung aus schwarzem Humor, Gesellschaftskritik, Chaos und emotionalen Momenten hat mich komplett überzeugt. Ich würde unglaublich gern weiterlesen und mehr über Louisa und die Menschen erfahren, denen sie begegnet.