Bild vom Meer

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Die 18-jährige Louisa wird erwischt, als sie in einer Kunstauktion einen roten Fisch neben das Bild vom Meer an die Wand malt. Sie will damit ihre beste Freundin ehren, um die sie trauert. Das Wachpersonal sieht es eher als Vandalismus an. Louisa muss fliehen und stößt mehr zufällig auf den Maler des Bildes. Die beiden sehen in sich ihre Seelenverwandte und Joar schenkt ihr sogar das Bild. Auf diesem Bild sieht man augenscheinlich drei Jungen, die an einem Sommertag am Meer Spaß haben. Die Szene wurde vor 25 Jahren festgehalten. Ihre Freundschaft besteht immer noch. Die ganze Geschichte wird von Ted, dem Freund des Malers, erzählt.

Frederik Backman ist ein begnadeter Erzähler. Sein trockener Humor verleitet Leser, laut aufzulachen, selbst wenn die traurigsten Themen behandelt werden. In seinem aktuellen Roman geht es unter anderem um häusliche Gewalt und Mobbing, die Kinder nachhaltig traumatisieren. Nicht nur Louisa hatte eine schwierige Kindheit. Nach dem Tod der Mutter wuchs sie in Kinderheimen auf und lebt nun auf der Straße. Auch die vier Jugendlichen am Meer hatten es nicht leicht in ihrem Leben. Die Geschichte erfahren wir als Erinnerung von Ted, der sich mit Louisa auf die Reise begibt. Das Gemälde bildet dabei den Rahmen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Mit spitzer Feder und einer außergewöhnlichen Beobachtungsgabe bringt Backman uns die Situationen nahe. Seine Figuren scheinen aus dem Leben gegriffen zu sein. Freunde fürs Leben zeigt, wie sich Gemeinschaften finden, zusammenhalten und manchmal auch wieder brechen.

Literarisch, humorvoll und tiefgründig
Die schweren Themen werden mit einer sprachlichen Leichtigkeit erzählt, dass man oft erst auf den zweiten Blick erkennt, was der Figur tatsächlich widerfahren ist. Backmans literarische Erzählweise ist geprägt von feinem Humor, poetischen Bildern und einer Vielzahl treffender Metaphern. bewegende Geschichte über das Erwachsenwerden, über das Verzeihen und über die Menschen, die uns prägen. Gerade die Mischung aus Melancholie, Lebensklugheit und Humor macht den Roman so außergewöhnlich und sorgt dafür, dass er noch lange nach der letzten Seite nachwirkt.

Mit Freunde fürs Leben beweist Frederik Backman einmal mehr seine außergewöhnliche Fähigkeit, ernste Themen mit Wärme, Witz und großer Menschlichkeit zu erzählen. Hinter der Geschichte um ein Gemälde und eine ungewöhnliche Begegnung verbirgt sich ein vielschichtiger Roman über Freundschaft, Verlust, Gewalt und die Suche nach einem Platz im Leben. Seine Figuren wirken so echt, als könnten sie jedem von uns begegnen, und gerade ihre Unvollkommenheit macht sie so liebenswert. Backmans poetische Sprache und sein feiner Humor verleihen selbst den schmerzhaftesten Momenten Leichtigkeit. Ein berührender Roman, der zeigt, wie sehr Freundschaften ein Leben verändern können und dessen Botschaft noch lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleibt.