Freundschaft auf Backman-Sprache

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nikomiko Avatar

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Auf einem verlassenen Pier in einer kleinen Küstenstadt verbringen vier Teenager – Joar, Ali, Ted und C. Jat – lange Sommertage miteinander. Zwischen ihnen entsteht eine tiefe Freundschaft, denn der Pier ist ihr Zufluchtsort vor einem schwierigen Alltag. Alle vier kommen aus belastenden Familienverhältnissen und müssen sich mit Gewalt, Zukunftsängsten oder Vernachlässigung auseinandersetzen.
C. Jat wird später ein berühmter Maler und schafft das Gemälde, das viele Jahre danach Louisa tief berührt und sie dazu bringt, sich auf die Suche nach den vier Freunden zu machen.

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen: dem magischen Sommer, der im Gemälde festgehalten ist, und der Gegenwart, 25 Jahre später, in der Louisa die Jugendlichen aus dem Bild wiederzufinden versucht.
Fredrik Backmans Schreibstil ist eine wunderschöne Mischung aus Herzerwärmendem und Herzzerreißendem. Niemand wird bei ihm schwarz‑weiß gezeichnet – jede Figur trägt tausend Schattierungen in sich. Besonders in Freunde fürs Leben zeigt sich, wie viel Empathie Backman für seine Charaktere empfindet. Seine Figuren sind sorgfältig gebaut: ganz normale Menschen, die hoffen, Fehler machen und Angst haben.
Gerade in Freunde fürs Leben schreibt Backman poetischer und melancholischer, als ich es von ihm gewohnt war. Vielleicht möchte er, dass wir noch stärker diese Sehnsucht nach einer Zeit spüren, die viel zu schnell vergeht – eine Zeit, die untrennbar mit dem Weg ins Leben verbunden ist, mit der Jugend.

Das zentrale Thema des Buches ist die Freundschaft. Louisa versteht dieses Thema aus eigene Erfahrung – vielleicht ist sie deshalb so tief von dem Gemälde Das vom Meer berührt. Als sie Ted begegnet, erfährt sie die Geschichte der Freundschaft der vier Jugendlichen und wie das Bild entstanden ist. Gleichzeitig vertieft der Roman das Motiv der Freundschaft immer weiter.

Fazit:
In all seinen Büchern schreibt Backman mit einem leisen, warmen Humor über ernste Themen und schafft es, Leserinnen und Leser im selben Satz zum Lachen und zum Weinen zu bringen. Er ist ein Meister der großen Gefühle – besonders dann, wenn es um ganz normale Menschen geht.
In Freunde fürs Leben kommt zu seinem typischen Ton eine zusätzliche Schicht aus Melancholie und poetischer Sprache. Der Roman trägt eine Sehnsucht in sich: nach jener Zeit, in der Freundschaften noch unschuldig, selbstverständlich und ganz natürlich entstehen – nach der Jugend, die so schnell vergeht und doch ein Leben lang nachhallt.

Eine große Leseempfehlung von meiner Seite.