Gewaltige Emotionen

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Kein leichter Sommerroman – aber definitiv ein Buch, das im Gedächtnis bleibt.

Fredrik Backman ist für mich ein ganz besonderer Autor: Er schreibt nicht einfach nur Sätze, sondern transportiert mit Worten ganze Gefühlswelten. Wenn ich seine Bücher lese, versinke ich in den Gefühlen und Gedanken anderer und vergesse alles um mich herum. Manchmal hat man das Gefühl, Backman schreibt genau das auf, was ihm gerade durch den Kopf geht. Dadurch wirkt sein Schreibstil manchmal chaotisch, lustig und gleichzeitig einzigartig. Hier findet man Vergleiche und Redewendungen, die man so kaum irgendwo anders entdeckt.

Auch bei „Freunde fürs Leben“ bin ich in die Welt der Protagonisten eingetaucht. Doch die anfängliche Begeisterung für die ungewöhnliche Freundesgruppe ließ mit der Zeit leider immer mehr nach, denn die behandelten Themen waren für mich sehr erdrückend. Es geht überwiegend um Tod und Gewalt. Die jugendlichen Freunde haben alles andere als ein leichtes Leben, und auch 25 Jahre später spielt der Verlust geliebter Menschen eine prägende Rolle.
Trotzdem habe ich zwischendurch geschmunzelt und mochte den starken Zusammenhalt der Freunde sowie vor allem die Dynamik zwischen Ted und Louisa in der Gegenwart.

Insgesamt war der Roman für mich persönlich eine schwere Lektüre, weil so unglaublich viele Schattenseiten des Lebens betrachtet werden. Ich hätte mir deutlich mehr leichtere Momente gewünscht, um beim Lesen nicht ständig ein schweres Gefühl auf der Brust zu haben. Andererseits spricht es wieder für Backman, dass er es schafft, die Geschichte so mitreißend zu erzählen, dass man auf jeder einzelnen Seite mitfühlt.

Wer beim Lesen gerne eine geballte Ladung Emotionen erleben möchte und mit den erwähnten Themen gut klarkommt, wird mit „Freunde fürs Leben“ einen grandios geschriebenen Roman bekommen, den man so schnell nicht vergisst.