Leider eher enttäuschend
Fredrik Backman hat schon viele gute Bücher geschrieben. Sein neuester Roman 'Freunde fürs Leben' gehört für mich leider nicht dazu. Weder Handlung noch Figuren oder Sprache konnten mich wirklich überzeugen.
Zunächst zu der Handlung, die auf zwei Zeitebenen spielt: In der Gegenwart begleiten wir die 18-jährige Louisa, die in ihrem jungen Leben bereits einige Schicksalsschläge verkraften musste und Halt in der Kunst findet. Insbesondere ein bestimmtes Gemälde zieht sie in seinen Bann. Als dieses versteigert wird, nutzt sie die Gelegenheit, diesem einmal ganz nahe zu sein. Durch verschiedene schicksalhafte Fügungen trifft sie schließlich den Maler des Bildes – wobei von „treffen“ kaum die Rede sein kann. Auf der Flucht vor der Auktion läuft sie ihn schlicht über den Haufen. Innerhalb weniger Sekunden erkennt er angeblich ihr großes Talent für Kunst, hält sie für eine Seelenverwandte und beschließt kurzerhand, dass einer seiner letzten Wünsche es ist, das Louisa sein Kunstwerk besitzen soll. So weit, so realistisch. Oder eben auch nicht.
Louisa und Ted, der Freund des Malers, begeben sich daraufhin mit dem Bild im Gepäck auf eine gemeinsame Zugreise. Während dieser erzählt Ted die Geschichte des Bildes und damit die Geschichte von vier Freunden und einem schicksalhaften Sommer. Das geschieht allerdings in kurzen Episoden, die oft sehr fragmentarisch wirken. Vieles wird mehrfach angedeutet, wiederholt oder aus leicht veränderter Perspektive erneut erzählt. Mehr als einmal denkt Ted über dieselben Erinnerungen nach, stellt dann fest, dass er Louisa davon ja noch gar nichts erzählt hat, und erzählt ihr dieselbe Geschichte noch einmal. Das soll vermutlich Spannung erzeugen, bei mir führte es eher zu Ermüdung. Einen klaren roten Faden habe ich über weite Strecken vermisst.
Mit keiner der Figuren wurde ich wirklich warm. Louisa ist zwar 18 Jahre alt, erinnerte mich aber häufig eher an eine schlecht erzogene Zwölfjährige. Sie weint ständig, behauptet regelmäßig, Ted würde sie entführen und macht gefühlt auf jeder zweiten Seite Witze übers Furzen. Warum dieses Thema derart präsent sein musste, hat sich mir bis zum Schluss nicht erschlossen. Ted wiederum ist noch keine vierzig, wird aber dargestellt wie ein Mann im Rentenalter. Über mehrere Seiten hinweg erfährt man ausführlich von seinen Blasenproblemen und sonstigen Gebrechen. Informationen, die für die Handlung komplett irrelevant sind. Alles wirkte irgendwie überspitzt und kein bisschen authentisch. Auch die Nebenfiguren bleiben über mehr als 500 Seiten erstaunlich eindimensional: Joar scheint keine Begegnung zu haben, ohne sich zu prügeln, der Künstler definiert sich fast ausschließlich über seine schwere Depression und Ali wird ständig als verrückt dargestellt.
Leider konnten auch die Sprache und die vielen pseudo-philosophischen Passagen mich nicht wirklich erreichen. Was tiefgründig wirken soll, erschien mir oft eher bemüht.
Insgesamt war das Buch für mich deutlich zu langatmig. Statt berührt oder mitgerissen zu werden, habe ich mich eher 'durchgelangweilt'.
Schade.
Zunächst zu der Handlung, die auf zwei Zeitebenen spielt: In der Gegenwart begleiten wir die 18-jährige Louisa, die in ihrem jungen Leben bereits einige Schicksalsschläge verkraften musste und Halt in der Kunst findet. Insbesondere ein bestimmtes Gemälde zieht sie in seinen Bann. Als dieses versteigert wird, nutzt sie die Gelegenheit, diesem einmal ganz nahe zu sein. Durch verschiedene schicksalhafte Fügungen trifft sie schließlich den Maler des Bildes – wobei von „treffen“ kaum die Rede sein kann. Auf der Flucht vor der Auktion läuft sie ihn schlicht über den Haufen. Innerhalb weniger Sekunden erkennt er angeblich ihr großes Talent für Kunst, hält sie für eine Seelenverwandte und beschließt kurzerhand, dass einer seiner letzten Wünsche es ist, das Louisa sein Kunstwerk besitzen soll. So weit, so realistisch. Oder eben auch nicht.
Louisa und Ted, der Freund des Malers, begeben sich daraufhin mit dem Bild im Gepäck auf eine gemeinsame Zugreise. Während dieser erzählt Ted die Geschichte des Bildes und damit die Geschichte von vier Freunden und einem schicksalhaften Sommer. Das geschieht allerdings in kurzen Episoden, die oft sehr fragmentarisch wirken. Vieles wird mehrfach angedeutet, wiederholt oder aus leicht veränderter Perspektive erneut erzählt. Mehr als einmal denkt Ted über dieselben Erinnerungen nach, stellt dann fest, dass er Louisa davon ja noch gar nichts erzählt hat, und erzählt ihr dieselbe Geschichte noch einmal. Das soll vermutlich Spannung erzeugen, bei mir führte es eher zu Ermüdung. Einen klaren roten Faden habe ich über weite Strecken vermisst.
Mit keiner der Figuren wurde ich wirklich warm. Louisa ist zwar 18 Jahre alt, erinnerte mich aber häufig eher an eine schlecht erzogene Zwölfjährige. Sie weint ständig, behauptet regelmäßig, Ted würde sie entführen und macht gefühlt auf jeder zweiten Seite Witze übers Furzen. Warum dieses Thema derart präsent sein musste, hat sich mir bis zum Schluss nicht erschlossen. Ted wiederum ist noch keine vierzig, wird aber dargestellt wie ein Mann im Rentenalter. Über mehrere Seiten hinweg erfährt man ausführlich von seinen Blasenproblemen und sonstigen Gebrechen. Informationen, die für die Handlung komplett irrelevant sind. Alles wirkte irgendwie überspitzt und kein bisschen authentisch. Auch die Nebenfiguren bleiben über mehr als 500 Seiten erstaunlich eindimensional: Joar scheint keine Begegnung zu haben, ohne sich zu prügeln, der Künstler definiert sich fast ausschließlich über seine schwere Depression und Ali wird ständig als verrückt dargestellt.
Leider konnten auch die Sprache und die vielen pseudo-philosophischen Passagen mich nicht wirklich erreichen. Was tiefgründig wirken soll, erschien mir oft eher bemüht.
Insgesamt war das Buch für mich deutlich zu langatmig. Statt berührt oder mitgerissen zu werden, habe ich mich eher 'durchgelangweilt'.
Schade.