Mühsamer Bestseller
Der schwedische Schriftsteller Fredrick Backman schreibt einen Publikumsliebling nach dem anderen. Die meisten werden ihn durch den Roman „Ein Mann namens Ove“ kennen, der als Vorlage für zwei erfolgreiche Filme diente. Ein Autor von Wohlfühlromanen, die ich schon lange auf dem Schirm hatte. Auch von „Freunde fürs Leben“ (OT: Mina vänner, 2025) hatte ich bereits gehört und mich sehr drauf gefreut. Noch vor Beginn der Geschichte machte mich aber etwas stutzig: „Aus dem amerikanischen Englisch von Rainer Schmidt“ heißt es im Buch. Schrieb Backman plötzlich nicht mehr auf schwedisch? Doch! Aber aus einem mir unerklärlichen Grund wurde nicht das Originalwerk für eine Übersetzung herangezogen, sondern die bereits existierende englische Übersetzung des Buches („My friends“).
Von den ersten Kapiteln war ich sehr angetan. Ich merkte, dass jemand die Geschichte erzählte, der Ahnung von seinem Handwerk hat. Das Tempo, welches nach der Lektüre mein Hauptkritikpunkt war, fand ich hier noch angemessen. Immerhin befinden wir uns am Anfang des Buches, man ist nicht mit den Charakteren vertraut, weiß noch nicht, wo sie herkommen, was sie vorhaben. Louisa ist eine sehr spannende Figur, die einem mit ihrer saloppen Art direkt ans Herz wächst. Ist sie wirklich die Protagonistin des Buchs? Schwer zu beantworten. Die Geschichte spielt sich nämlich nicht nur in der Gegenwart zwischen Louisa und Ted ab, sondern zusätzlich in Teds Rückblenden, in denen er von seiner Freundschaft zu Joar, dem Maler und Ali erzählt. Und wie er erzählt! Andauernd wiederholt er Dinge, die beim ersten Mal schon klar sind. Und das nicht einmal, nicht zweimal, nicht dreimal, sondern viele, viele Male. Sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit. Er geht immer und immer wieder in jedem Kapitel zurück zu dem Tag an dem Steg, zu dem gemalten Bild, welches eine wichtige Funktion in der Story einnimmt. Aber so wichtig kann es auch nicht sein, dass dieser Tag so häufig wiederholt wird. Es war zäh und anstrengend.
Für die Länge an Text (544 Seiten) passiert eindeutig zu wenig. Steuert es vielleicht alles auf eine große Enthüllung zu? Ist der Pay off es wert, den langsamen, repetitiven Aufbau ertragen zu müssen? Das verrate ich nicht. Wohlwollend habe ich das Buch dann aber trotzdem bis zum Schluss gelesen. Die Kapitel endeten häufig mit: „Und so erzählte Ted ihr die Geschichte, die …“ (oder ähnlich). Alles ist nur ein großes Geschichteerzählen, was auf 300 Seiten gekürzt werden könnte. Irgendwann rollte ich nur noch mit den Augen, als die Charaktere lachten. Sie lachten nämlich immer so laut, dass etwas wackelte, etwas zerbarst oder beinahe explodierte. Der Roman ist voll von Vergleichen und Bildern, die möglicherweise der Übersetzung geschuldet sein könnten. Das wird leider nicht transparent kommuniziert. Ich finde es schade.
Sich durch einen Text quälen zu müssen, zeugt nicht von Begeisterung. Wer aber bislang Spaß mit Backmans Romanen hatte, dem könnte auch dieser gefallen (ohne Gewähr). Ich werde jedoch so schnell keinen weiteren Roman von ihm lesen.
Von den ersten Kapiteln war ich sehr angetan. Ich merkte, dass jemand die Geschichte erzählte, der Ahnung von seinem Handwerk hat. Das Tempo, welches nach der Lektüre mein Hauptkritikpunkt war, fand ich hier noch angemessen. Immerhin befinden wir uns am Anfang des Buches, man ist nicht mit den Charakteren vertraut, weiß noch nicht, wo sie herkommen, was sie vorhaben. Louisa ist eine sehr spannende Figur, die einem mit ihrer saloppen Art direkt ans Herz wächst. Ist sie wirklich die Protagonistin des Buchs? Schwer zu beantworten. Die Geschichte spielt sich nämlich nicht nur in der Gegenwart zwischen Louisa und Ted ab, sondern zusätzlich in Teds Rückblenden, in denen er von seiner Freundschaft zu Joar, dem Maler und Ali erzählt. Und wie er erzählt! Andauernd wiederholt er Dinge, die beim ersten Mal schon klar sind. Und das nicht einmal, nicht zweimal, nicht dreimal, sondern viele, viele Male. Sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit. Er geht immer und immer wieder in jedem Kapitel zurück zu dem Tag an dem Steg, zu dem gemalten Bild, welches eine wichtige Funktion in der Story einnimmt. Aber so wichtig kann es auch nicht sein, dass dieser Tag so häufig wiederholt wird. Es war zäh und anstrengend.
Für die Länge an Text (544 Seiten) passiert eindeutig zu wenig. Steuert es vielleicht alles auf eine große Enthüllung zu? Ist der Pay off es wert, den langsamen, repetitiven Aufbau ertragen zu müssen? Das verrate ich nicht. Wohlwollend habe ich das Buch dann aber trotzdem bis zum Schluss gelesen. Die Kapitel endeten häufig mit: „Und so erzählte Ted ihr die Geschichte, die …“ (oder ähnlich). Alles ist nur ein großes Geschichteerzählen, was auf 300 Seiten gekürzt werden könnte. Irgendwann rollte ich nur noch mit den Augen, als die Charaktere lachten. Sie lachten nämlich immer so laut, dass etwas wackelte, etwas zerbarst oder beinahe explodierte. Der Roman ist voll von Vergleichen und Bildern, die möglicherweise der Übersetzung geschuldet sein könnten. Das wird leider nicht transparent kommuniziert. Ich finde es schade.
Sich durch einen Text quälen zu müssen, zeugt nicht von Begeisterung. Wer aber bislang Spaß mit Backmans Romanen hatte, dem könnte auch dieser gefallen (ohne Gewähr). Ich werde jedoch so schnell keinen weiteren Roman von ihm lesen.