Trifft ins Schwarze und voll ins Herz

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lilli333 Avatar

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Das Wichtigste vorweg: Für mich ist dieses Buch Fredrik Backmans bester Roman und mein absolutes Highlight bisher in diesem Jahr. Schon lange hat mich kein Buch mehr so berührt wie dieses. Doch worum geht es?

Es ist Sommer vor fünfundzwanzig Jahren in einer Küstenstadt irgendwo. Vier Teenager verbringen Tag für Tag ihre Freizeit zusammen an einem verlassenen Anleger. Alle vier kommen aus einem schwierigen Elternhaus - aus den unterschiedlichsten Gründen schwierig. Ihr Lebensweg scheint vorbestimmt und dass auch nur einer von ihnen jemals ein glückliches Leben haben könnte, erscheint sehr unwahrscheinlich. Doch zunächst gilt es, das Heute zu überleben, ohne daran zu zerbrechen. Besonders einer, „der Maler“, scheint für diese Welt nicht stark genug zu sein. Aber er kann wunderbar malen, auch wenn er das selbst nicht so empfindet. Doch dank seiner Freunde wird er schließlich berühmt werden. Damit beginnt der Roman. Sein erstes und berühmtestes Gemälde begleitet die achtzehnjährige Waise Louisa seit Jahren in Form einer Postkarte. Sie sieht in dem Bild so viel mehr als all die reichen Leute, die sich Kunst an die Wand hängen oder in den Tresor schließen. Auf einer langen Reise mit einem der damaligen Jugendlichen in die Heimatstadt des Malers erfährt sie in einzelnen Etappen die ganze Geschichte der vier Freunde. Dies wird ihr eigenes Leben vollkommen auf den Kopf stellen.

Fredrik Backman schreibt mit leichter Hand und dabei so intensiv, dass man glaubt, mittendrin dabei zu sein. Ich sah die Jugendlichen in 3D vor mir, lernte sie von Seite zu Seite immer besser kennen, erfuhr immer mehr über ihre familiären Hintergründe, und es zerriss mir zuweilen fast das Herz. Gewalt, Mobbing und Ablehnung durch die Familie sind an der Tagesordnung. Doch das Band ihrer Freundschaft ist so stark, was ein unglaublich großes Glück ist. Auch wenn sie ihre Gefühle nicht mit Worten ausdrücken können, so tun sie es doch durch ihre Taten. Sie streiten und prügeln sich und dann sind sie wieder ein Herz und eine Seele. Sie haben dumme Ideen - wirklich richtig dumme Ideen, aber sie halten zusammen wie Pech und Schwefel. Sie akzeptieren sich gegenseitig, so wie sie nun mal sind. Vor allem schaffen sie es, sich über die kleinen guten Dinge des Lebens zu freuen und lauthals miteinander zu lachen. Doch über allem schwebt die Aussage, dass dies der letzte Sommer ihrer Kindheit sein wird, dass etwas passieren muss.

Die Geschichte ist unheimlich fesselnd. Die Spannung wird immer mehr gesteigert. Einerseits konnte ich den weiteren Verlauf kaum erwarten, andererseits wollte ich nicht, dass das Buch endet und ich die Protagonist:innen zurücklassen muss. Ich fühlte mich ihnen dermaßen verbunden, dass es schon weh tat. Auch wenn das Leben wirklich bescheiden ist, sind solche Freunde einfach alles.

Triggerwarnung (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
GNUGITLAWEGREV NEGORD TLAWEGEHCILSUEAH