Zwischen Nostalgie und Trauma

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Normalerweise schaffe ich es nur bei Krimis oder Thrillern, ein Buch mit über 500 Seiten an einem Wochenende „wegzulesen“. Bei „Freunde fürs Leben“ von Fredrik Backman war das aber überhaupt kein Problem, denn das Buch ist ebenso spannend wie unterhaltsam, dabei unkompliziert geschrieben und dennoch mit einer gewissen Tiefe.

Schon mit dem ersten Absatz ist man durch die mühelose und humorvolle Sprache voll drin in der Geschichte, die damit beginnt, dass die knapp 18-jähige Louisa sich in eine Kunstgalerie schmuggelt. Daraus resultieren ein Rausschmiss, eine unverhoffte Begegnung und schließlich das Treffen mit Ted, einem 39-Jährigen, der von einem sehr besten Freunde einen ganz besonderen Auftrag erhalten hat.

Aus diesem gegenwärtigen Erzählstrang entspinnt sich dann nach und nach ein zweiter, in dem Ted von dem einen Sommer seiner Jungend erzählt, den er mit seinen besten Freunden verbrachte. Mit den Geschehnissen dieses Sommers endet gewissermaßen die Kindheit der Freunde, aber anders, als die Leser und Leserinnen zunächst vielleicht erwarten.

„Freunde fürs Leben“ ist ein Buch über Freundschaft und Verlust, Trauma und Kunst. Dabei schafft der Autor es, ganz viel Sprachwitz und Leichtigkeit zu vermitteln, obwohl es um sehr ernste Themen geht. Der typische Kindheits-Sommer-Flair, den man in so vielen Büchern antrifft, fehlt auch hier nicht. Dazu kommen eine abenteuerliche Zugfahrt, viele interessante Gespräche, Frotzeleien und einige unverhoffte Entwicklungen.

Vor allem die Freundestruppe wächst einem auch etwas ans Herz und man fühlt mit den Teenagern mit, die alle ihr Päckchen zu tragen haben, sei es in Form von häuslicher Gewalt, fehlender Unterstützung oder Krankheit in der Familie. Das Buch ist eine schöne Mischung aus ernst, heiter und spannend, die ich definitiv weiterempfehlen würde.