Ein starkes Vorbild in farbenfrohen 5-Minuten-Geschichten
Mein erster Eindruck von der Leseprobe ist durchweg begeistert. Das Cover und die liebevollen, farbenfrohen Illustrationen von Ruth Burrows fangen die mexikanische Atmosphäre und Frida Kahlos einzigartigen Stil wunderbar ein. Die optische Gestaltung macht sofort Lust darauf, das Buch gemeinsam mit Kindern zu entdecken. Besonders gut gefällt mir die durchdachte Struktur des Buches: Das Leben der visionären Künstlerin wird in zehn kurze „5-Minuten-Geschichten“ unterteilt, die jeweils am Ende noch einmal zusammengefasst werden. Auch eine Zeitleiste ist am Ende des Buches geplant, was die Orientierung super einfach macht. Der Schreibstil von Autor Stephen Krensky – sehr flüssig und einfühlsam übersetzt von Susanne Hornfeck – ist altersgerecht, ohne dabei komplexe Themen weichzuspülen. Gleich im ersten Kapitel („Der kreative Funke“) wird deutlich, wie authentisch die Figur gezeichnet ist: Frida erkrankt mit sechs Jahren an Kinderlähmung (Polio) und muss neun Monate das Bett hüten. Zurück bleibt ein dünneres, kürzeres Bein, wegen dem sie in der Schule fies als „Holzbein“ gehänselt wird. Statt sich zu verstecken, zeigt Frida enormen Mut und baut ihre Kraft durch Sportarten wie Boxen und Fußball wieder auf – Aktivitäten, die damals für Mädchen als absolut unüblich galten. Diese Darstellung macht sie zu einer wunderbar rebellischen und starken Protagonistin, mit der man sofort mitfühlt. Ich erwarte, dass die folgenden Geschichten – wie im Inhaltsverzeichnis bereits angedeutet – ebenso ehrlich und kindgerecht ihren späteren Unfall und ihren Weg zur Malerei nachzeichnen. Ich möchte unbedingt weiterlesen, um zu sehen, wie aus dem tapferen Mädchen die weltberühmte Künstlerin wird. Fazit: Ein wunderschön gestaltetes, ermutigendes Buch, das Kindern zeigt, wie man aus Schicksalsschlägen und dem Anderssein unglaubliche Stärke ziehen kann. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die inspirierende, wahre Vorbilder suchen!