Auf der Suche nach einer verdrängten Geschichte

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mara.diek Avatar

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Mein erster Eindruck von der Leseprobe ist sehr bewegend und gleichzeitig erschreckend ehrlich. Da ich aus der Nähe von Oldenburg komme, hat mich die Geschichte direkt angesprochen und wirkt sofort greifbarer.
Schon die ersten Seiten zeigen, dass es hier nicht nur um eine persönliche Spurensuche geht, sondern auch um ein Stück verdrängte Geschichte innerhalb einer Familie und darüber hinaus. Die Art, wie die Autorin schildert, dass ihre Urgroßtante „fast so scheint, als hätte es sie nicht gegeben“, hat mich besonders getroffen. Dieses Gefühl, dass Menschen einfach aus der Erinnerung verschwinden, wirkt sehr bedrückend.
Der Schreibstil ist ruhig, reflektiert und gleichzeitig sehr nahbar. Man merkt, wie persönlich die Recherche ist, wie viele Fragen, Zweifel und auch Unsicherheiten darin stecken. Gerade diese Mischung aus Gefühl und Fakten macht es so stark. Es wirkt nicht wie ein klassisches Sachbuch, sondern eher wie eine sehr persönliche Annäherung an die Vergangenheit.
Besonders spannend finde ich den Bezug zur NS-Zeit. Geschichten aus dieser Zeit berühren mich grundsätzlich sehr, aber hier kommt noch hinzu, dass es nicht um „große“ bekannte historische Ereignisse geht, sondern um eine einzelne Person, die im System untergegangen ist. Das macht das Ganze noch eindringlicher, weil es zeigt, wie viele individuelle Schicksale es gab, die nie richtig erzählt wurden.
Ich erwarte von der Geschichte, dass sie nach und nach mehr Klarheit bringt – sowohl über Friedas Leben als auch über die Rolle der Familie in dieser Zeit. Genau dieses Zusammenspiel aus persönlicher Geschichte und historischer Aufarbeitung finde ich besonders interessant. Ich würde auf jeden Fall weiterlesen, weil ich wissen möchte, ob und wie es gelingt, Frieda aus diesem Vergessen zurückzuholen und ihre Geschichte sichtbar zu machen.