Friedas verlorene Spur

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therealmike Avatar

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Die Leseprobe hat mich sofort berührt, weil sie eine sehr persönliche Suche mit einem schweren historischen Thema verbindet. Die Erzählerin steht vor dem Grab einer Frau, die lange fast aus der Familiengeschichte verschwunden war, und plötzlich bekommt ein Name auf einem Stein ein ganzes Leben zurück. Besonders stark fand ich, wie behutsam erzählt wird, dass Frieda nicht einfach nur eine unbekannte Verwandte war, sondern wahrscheinlich ein Opfer der NS Euthanasie. Dadurch wird aus der Familienrecherche etwas viel Größeres. Es geht um Erinnerung, Schuld, Schweigen und darum, was passiert, wenn Menschen aus Erzählungen verschwinden. Gleichzeitig wirkt die Erzählerin sehr nahbar, weil sie ihre eigene Familie nicht von außen betrachtet, sondern spürbar selbst nach Antworten sucht. Die Szenen auf dem Friedhof, die Erinnerungen an den Großvater und die ersten Hinweise auf Friedas Schicksal haben mich direkt hineingezogen. Für mich klingt das nach einem eindringlichen, wichtigen und sehr persönlichen Buch über eine Frau, die vergessen wurde, und über den Versuch, ihr wieder einen Platz zu geben.