Bewegende und erschütternde Spurensuche

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
katyleh Avatar

Von

Frieda – Die Suche nach meiner vergessenen Urgroßtante ist ein Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Die Reise durch diese Geschichte war emotional, bewegend und wirkt noch lange nach.
Schon früh ahnt man den tragischen Ausgang der Suche nach Frieda. Gerade deshalb geht die Geschichte besonders unter die Haut. Die Autorin deckt ein erschütterndes Kapitel der deutschen Geschichte auf und macht die unmenschlichen Verbrechen des Zweiten Weltkriegs auf eindringliche Weise greifbar. Allein das Wort „Euthanasie“ löst bei mir Beklemmung aus – umso wichtiger ist es, dass über diese Schicksale nicht vergessen wird.
Eigentlich hätte ich diesem Buch ohne zu zögern fünf Sterne gegeben. Einen Stern ziehe ich jedoch ab, weil das Gendernmeinen Lesegenuss deutlich beeinträchtigt hat. Für mich hat Gendern in einem historischen Bericht oder einer erzählten Geschichte nichts verloren. Es unterbricht den Lesefluss und lenkt von den bewegenden Inhalten ab. Das ist selbstverständlich meine persönliche Meinung, aber ich empfinde es als unpassend und hätte mir eine durchgehend klassische Sprache gewünscht.
Trotz dieses Kritikpunkts ist Frieda ein wichtiges, eindrucksvolles und sehr lesenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt und die Erinnerung an ein dunkles Kapitel unserer Geschichte wach hält.