Ein sehr berührendes Thema aus der NS-Zeit
Das Cover, der Klappentext und die Leseprobe des Buchs „Frieda“ haben mich sehr angesprochen. Die Autorin spürt dem Schicksal ihrer Urgroßtante „Frieda Helms“ nach, die 1941 in einer NS-Anstalt für Menschen mit Behinderungen im Rahmen der NS-Aktion T4 ermordet wurde.
Nachdem sie zufällig auf Fragmente dieser Geschichte stieß, begann sie eine jahrelange Recherche in Archiven, Anstaltsakten, Familiennachlässen und Gesprächen. Dabei zeigt sie auch Hürden auf, vor denen man steht, wenn historische Akten Lücken aufweisen und Zeitzeugen fehlen.
Geraldine Oetken versucht nicht nur Friedas Leidensweg zu rekonstruieren, sondern beleuchtet kritisch das Verhalten der Familie während des Nationalsozialismus. Es geht auch um die Frage „Wieviel wussten die Angehörigen, warum schritten sie nicht ein und wie funktionierte das kollektive Vergessen nach 1945“?
Oetken schreibt nicht wie eine distanzierte Historikerin. Sie reflektiert offen ihre eigene Unsicherheit, Wut und Trauer. Teilweise spricht sie Frieda mit „Du“ an, was eine spürbare Nähe erzeugt. Dabei zieht die Autorin eine Brücke in die Gegenwart und hinterfragt, wie unsere heutige Gesellschaft mit Beeinträchtigungen, Leistungsorientierung und Erinnerungskultur umgeht.
Mir hat das leise, aber ungemein kraftvolle Buch gut gefallen. Es gibt einem einzelnen Opfer der NS-Euthanasie seine Würde zurück und hält Familien – auch über den konkreten Fall hinaus – den Spiegel vor. Es zeigt, wie wichtig es ist, das Schweigen in der eigenen Familiengeschichte zu brechen.
Nachdem sie zufällig auf Fragmente dieser Geschichte stieß, begann sie eine jahrelange Recherche in Archiven, Anstaltsakten, Familiennachlässen und Gesprächen. Dabei zeigt sie auch Hürden auf, vor denen man steht, wenn historische Akten Lücken aufweisen und Zeitzeugen fehlen.
Geraldine Oetken versucht nicht nur Friedas Leidensweg zu rekonstruieren, sondern beleuchtet kritisch das Verhalten der Familie während des Nationalsozialismus. Es geht auch um die Frage „Wieviel wussten die Angehörigen, warum schritten sie nicht ein und wie funktionierte das kollektive Vergessen nach 1945“?
Oetken schreibt nicht wie eine distanzierte Historikerin. Sie reflektiert offen ihre eigene Unsicherheit, Wut und Trauer. Teilweise spricht sie Frieda mit „Du“ an, was eine spürbare Nähe erzeugt. Dabei zieht die Autorin eine Brücke in die Gegenwart und hinterfragt, wie unsere heutige Gesellschaft mit Beeinträchtigungen, Leistungsorientierung und Erinnerungskultur umgeht.
Mir hat das leise, aber ungemein kraftvolle Buch gut gefallen. Es gibt einem einzelnen Opfer der NS-Euthanasie seine Würde zurück und hält Familien – auch über den konkreten Fall hinaus – den Spiegel vor. Es zeigt, wie wichtig es ist, das Schweigen in der eigenen Familiengeschichte zu brechen.