Ein sehr wertvolles Buch

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julia liest Avatar

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Das Werk erinnert heute noch stellvertretend durch Frieda an die schrecklichen Verbrechen, die im zweiten Weltkrieg an Menschen mit Behinderung begangen worden sind.
Das erste Kapital enthält direkt schnörkellos viele Informationen.
Es ist eine Faktensammlung. Die Autorin hat intensivst recherchiert, sie schreibt selbst, Sie macht sich zum „Messie des Wissens“. Kombiniert ist das Ganze mit Erinnerungen der Autorin an Ihre Großeltern und Bezug zum eigenen Leben der Autorin.
Ich finde den Blinkwinkel von Geraldine Oetken toll.
Sie ist mitfühlend mit Ihrer Großtante und kritisiert die Umgangsweise Ihrer Familie mit dem Thema (die Großtante wurde weitestgehend verschwiegen), ohne dabei vorwurfsvoll zu sein.
Es geht um essenzielle Fragen wie „Wann verliert man dabei sein eigenes Menschsein“.
Tatsachen werden aufgezeigt, die Erschrecken.
Zum Beispiel wurden nach dem Krieg immer noch Menschen mit Behinderung geschlagen.
Schön wie die Autorin sich vorstellt, wie das Leben Ihrer Urgroßtante heute verlaufen wäre (zum Beispiel das Sie einen Inklusionsplatz im Kindergarten hätte).
In Blankenburg, wo zu der NS-Zeit die Psychiatrie war, war später ein Flüchtlingsheim.
Dieses hat die Autorin auch besucht, um Flüchtlinge zu interviewen.
Auch hier gibt es „Lücken“ in den Darstellung des Lebens im Flüchtlingsheim.
Das Literaturverzeichnis finde ich etwas zu wenig detailliert. Ich hätte mir für eine vollständige Quelle auch Seitenzahlen gewünscht. Mit Klee und Aly hat die Autorin aber definitiv zu zwei der wichtigsten Historikern verwiesen, die die Verbrechen an Menschen mit Schwerbehinderung in Einrichtungen während der NS-Zeit aufgearbeitet haben.
Insgesamt finde ich das Buch wertvoll, damit bei der Gen Z Themen wie diese nicht in Vergessenheit geraten. Die Perspektive der Autorin (zum Beispiel muss Sie an Ihre eigenen Kinder denken, wenn Sie liest, wie wenig die Kinder damals gewogen haben) macht dieses Buch für Alle wertvoll.
Die Retrospektive erfolgt mit dem heutigen Zeitgeist.