Ein Teil der deutschen Nazi-Vergangenheit, über den viel zu wenig bekannt ist
Das Buch "Frieda" von der Autorin Geraldine Oetken ist im S. Fischer Verlag erschienen. Es hat 336 Seiten und ist in 10 Kapitel unterteilt. Es erscheint am 29. Juli 2026 und handelt von der Urgroßtante der Autorin: Frieda Meta Christiane Helms, geboren am 31.03.1881, gestorben am 05.02.1941, zur Zeit des 2. Weltkrieges, untergebracht in einer Einrichtung für psychisch erkrankte Personen und Personen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen. Weil in der Nazi-Zeit diese Menschen nicht wert erachtet wurden. Weil sie nicht dem Bild eines deutschen Ariers entsprachen und dem deutschen Volk nicht dienen konnten. Sie waren wertlos.
Das Buch erzählt keine fiktive Geschichte. Es geht um Wahrheiten aus der NS-Zeit, um Wahrheiten, die lieber verschwiegen wurden und werden.
Mich interessiert die Vergangenheit, ich möchte viel über die Geschehnisse erfahren, die in früheren Zeiten passiert sind. Die Leseprobe des Buches hat mich unheimlich angesprochen. Und so war ich sehr dankbar, dass ich das Buch lesen und auch rezensieren durfte.
Die Autorin erzählt in ihrem Buch von Frieda. Von ihrem Leben und von der Zeit, in der sie lebte. Schon zu Beginn des Buches wird klar, dass es kaum Informationen zur Geschichte ihrer Urgroßtante gibt. Während Geraldine Oetken recherchiert, werden Stück für Stück immer mehr Geschehnisse aufgedeckt, die menschenunwürdig sind und nicht in Vergessenheit geraten sollten.
Neben dem Holocaust, der Shoah, dem grausamen Völkermord der Jüdinnen und Juden durch das Nazi-Regim, werden viele Personen, die in den Augen der Nazi-Schergen unwert erachtet werden, in unmenschlichen Zuständen in gewissen Einrichtungen untergebracht, ausgehungert, ausgenutzt und umgebracht, vergast mit Kohlenmonoxid. Gebärfähige Frauen werden zwangssterilisiert.
Immer wieder stößt Geraldine Oetken an Grenzen. Daten sind schlecht zu finden und nur langsam gehen die Recherchen voran. Die Autorin erzählt nebenbei aus ihrem Leben, von dem Spagat zwischen dem Familienleben mit zwei kleinen Kindern und der quälend langen Recherchearbeit.
Neben der Geschichte rund um Frieda spricht die Autorin in ihrem Buch auch weitere Themen an:
Wie das Nazidenken auch nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland noch vorherrschte, wie die Asylpolitik in Deutschland ist und sich Geflüchtete hier fühlen. Sie führt Gedanken zum Datenschutz und dem Schutz der damals Erkrankten aus und stellt sich die Frage, ob die Kranken durch die vielen Datenschutzbestimmungen wirklich geschützt werden oder eher dadurch, dass ihre Geschichten an die Öffentlichkeit gelangen und sie so geehrt und geschützt werden.
Sie liefert Beweise dafür, dass die in den Heimen untergebrachten Menschen ausgehungert wurden, damit sie sterben und untermauert ihre Vermutung, dass es sich dabei um geplante Morde gehandelt hat.
Die Autorin setzt sich mit ihrer eigenen Familiengeschichte auseinander und auch mit der eigenen Schuldfrage, weil die Firma ihrer Familie während der Nazi-Zeit für das Regime gearbeitet hat.
Die Erzählweise ist faktisch, es fließen immer wieder eigene Überlegungen ein und ich habe das Gefühl, die Autorin verarbeitet die Geschehnisse der eigenen Familiengeschichte mit diesem Buch und lässt Leserinnen und Leser daran teilhaben.
Ich finde die Geschichte um Frieda wichtig und wertvoll. Unbeschönt wird einem die NS-Zeit nahe gebracht. Zeitzeugen gibt es im Jahr 2026 kaum noch. Darum ist es umso wichtiger, dass die NS-Zeit nicht in Vergessenheit gerät. Ich wünschte, das Buch würde verpflichtende Schullektüre, kann mir aber vorstellen, dass es dafür mit der Seitenzahl dann doch zu umfangreich ist.
Einen kleinen Abzug gibt es von mir dafür, dass es in dem Buch viel um die Oldenburger Geschichte in der NS-Zeit ging. Mir ist klar, dass Frieda dort lebte und auch die Einrichtung, in der sie untergebracht war in Oldenburg steht. Die Autorin ist dort aufgewachsen und die Geschichte der Familie spielte sich dort ab. Deswegen macht es Sinn, dass die Autorin die Ortsgeschichte aufarbeitet. Aber für mich persönlich waren einige Passagen zu reduziert auf Oldenburg. Darum gibt es von mir einen kleinen Stern Abzug in der Gesamtwertung, was aber den Inhalt des Buches nicht schmälern soll.
Es ist auf jeden Fall ein sehr gutes Buch, was sich auf die Seite von psychisch Erkrankten schlägt, auf die Seite von körperlich und geistig eingeschränkten Personen, die leider auch in der heutigen Zeit keine große Lobby und keinen Rückhalt in der Gesellschaft haben. Man sieht an den politischen Entscheidungen in diesen Tagen, dass die Zeiten sich wieder in Richtung 1933 drehen. Dass Gesundheitsleistungen von der Regierung gekürzt werden. Therapien nicht mehr unterstützt werden.
Bitte lasst uns nicht wieder in diese Zeiten zurückfallen.
Ein gutes 4 1/2 Sterne Buch, was wirklich jede und jeder lesen sollte
Das Buch erzählt keine fiktive Geschichte. Es geht um Wahrheiten aus der NS-Zeit, um Wahrheiten, die lieber verschwiegen wurden und werden.
Mich interessiert die Vergangenheit, ich möchte viel über die Geschehnisse erfahren, die in früheren Zeiten passiert sind. Die Leseprobe des Buches hat mich unheimlich angesprochen. Und so war ich sehr dankbar, dass ich das Buch lesen und auch rezensieren durfte.
Die Autorin erzählt in ihrem Buch von Frieda. Von ihrem Leben und von der Zeit, in der sie lebte. Schon zu Beginn des Buches wird klar, dass es kaum Informationen zur Geschichte ihrer Urgroßtante gibt. Während Geraldine Oetken recherchiert, werden Stück für Stück immer mehr Geschehnisse aufgedeckt, die menschenunwürdig sind und nicht in Vergessenheit geraten sollten.
Neben dem Holocaust, der Shoah, dem grausamen Völkermord der Jüdinnen und Juden durch das Nazi-Regim, werden viele Personen, die in den Augen der Nazi-Schergen unwert erachtet werden, in unmenschlichen Zuständen in gewissen Einrichtungen untergebracht, ausgehungert, ausgenutzt und umgebracht, vergast mit Kohlenmonoxid. Gebärfähige Frauen werden zwangssterilisiert.
Immer wieder stößt Geraldine Oetken an Grenzen. Daten sind schlecht zu finden und nur langsam gehen die Recherchen voran. Die Autorin erzählt nebenbei aus ihrem Leben, von dem Spagat zwischen dem Familienleben mit zwei kleinen Kindern und der quälend langen Recherchearbeit.
Neben der Geschichte rund um Frieda spricht die Autorin in ihrem Buch auch weitere Themen an:
Wie das Nazidenken auch nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland noch vorherrschte, wie die Asylpolitik in Deutschland ist und sich Geflüchtete hier fühlen. Sie führt Gedanken zum Datenschutz und dem Schutz der damals Erkrankten aus und stellt sich die Frage, ob die Kranken durch die vielen Datenschutzbestimmungen wirklich geschützt werden oder eher dadurch, dass ihre Geschichten an die Öffentlichkeit gelangen und sie so geehrt und geschützt werden.
Sie liefert Beweise dafür, dass die in den Heimen untergebrachten Menschen ausgehungert wurden, damit sie sterben und untermauert ihre Vermutung, dass es sich dabei um geplante Morde gehandelt hat.
Die Autorin setzt sich mit ihrer eigenen Familiengeschichte auseinander und auch mit der eigenen Schuldfrage, weil die Firma ihrer Familie während der Nazi-Zeit für das Regime gearbeitet hat.
Die Erzählweise ist faktisch, es fließen immer wieder eigene Überlegungen ein und ich habe das Gefühl, die Autorin verarbeitet die Geschehnisse der eigenen Familiengeschichte mit diesem Buch und lässt Leserinnen und Leser daran teilhaben.
Ich finde die Geschichte um Frieda wichtig und wertvoll. Unbeschönt wird einem die NS-Zeit nahe gebracht. Zeitzeugen gibt es im Jahr 2026 kaum noch. Darum ist es umso wichtiger, dass die NS-Zeit nicht in Vergessenheit gerät. Ich wünschte, das Buch würde verpflichtende Schullektüre, kann mir aber vorstellen, dass es dafür mit der Seitenzahl dann doch zu umfangreich ist.
Einen kleinen Abzug gibt es von mir dafür, dass es in dem Buch viel um die Oldenburger Geschichte in der NS-Zeit ging. Mir ist klar, dass Frieda dort lebte und auch die Einrichtung, in der sie untergebracht war in Oldenburg steht. Die Autorin ist dort aufgewachsen und die Geschichte der Familie spielte sich dort ab. Deswegen macht es Sinn, dass die Autorin die Ortsgeschichte aufarbeitet. Aber für mich persönlich waren einige Passagen zu reduziert auf Oldenburg. Darum gibt es von mir einen kleinen Stern Abzug in der Gesamtwertung, was aber den Inhalt des Buches nicht schmälern soll.
Es ist auf jeden Fall ein sehr gutes Buch, was sich auf die Seite von psychisch Erkrankten schlägt, auf die Seite von körperlich und geistig eingeschränkten Personen, die leider auch in der heutigen Zeit keine große Lobby und keinen Rückhalt in der Gesellschaft haben. Man sieht an den politischen Entscheidungen in diesen Tagen, dass die Zeiten sich wieder in Richtung 1933 drehen. Dass Gesundheitsleistungen von der Regierung gekürzt werden. Therapien nicht mehr unterstützt werden.
Bitte lasst uns nicht wieder in diese Zeiten zurückfallen.
Ein gutes 4 1/2 Sterne Buch, was wirklich jede und jeder lesen sollte