„Frieda – eine leise Stimme gegen das Vergessen“

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ninaalbert Avatar

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Was bleibt von einem Menschen, dessen Name jahrzehntelang verschwiegen wurde? Mit „Frieda“ begibt sich Geraldine Oetken auf eine bewegende Spurensuche nach ihrer Urgroßtante, die 1941 in einer Anstalt für Menschen mit Behinderungen starb. Aus einem vergessenen Namen auf alten Dokumenten wird langsam wieder ein Mensch mit einer eigenen Geschichte, mit einem Leben, das gesehen und erinnert werden möchte.

Die Autorin folgt Friedas Spuren in Krankenakten, Archiven und auf Friedhöfen. Dabei öffnet sie nicht nur ein vergessenes Kapitel der eigenen Familiengeschichte, sondern blickt auch tief in die dunklen Abgründe des Nationalsozialismus, in die Verbrechen der sogenannten „Euthanasie“ und in ein System, das über Leben und Tod entschied.
Besonders berührend ist, wie behutsam Geraldine Oetken Frieda ihre Würde zurückgibt. Ohne Anklage, aber mit großer Menschlichkeit erzählt sie von einem Schicksal, das stellvertretend für viele Menschen steht, deren Stimmen ausgelöscht wurden.

Der Schreibstil ist klar und zugänglich und das Buch entfaltet eine besondere Kraft: Es erinnert daran, dass hinter jeder Akte, jedem Namen und jeder Zahl ein Mensch steht.

„Frieda“ ist ein stilles, eindringliches Buch über Erinnerung, Familie und die Verantwortung, nicht wegzusehen. Eine Geschichte, die wie ein kleiner Lichtstrahl in die Dunkelheit vergangener Zeiten fällt und uns mahnt, die Vergessenen niemals wieder verstummen zu lassen.
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