Gegen das Vergessen

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dicketilla Avatar

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Wie das Cover bereits erkennen läßt geht es hier um eine Suche, eine Suche nach der vergessenen Urgroßtante Frieda Helms. Ein Name plötzlich auf einem Grabstein steht, der die Aufmerksamkeit der Autorin erregt.So tauchen die ersten Fragen auf. Fragen, die man vielleicht schon an die eigene Familie gerichtet hat, ohne nähere Auskunft zu erhalten.

Jetzt steht Geraldine Oetken nach 1,5 Jahren erstmalig vor dessen Grab.Sie starb nicht aufgrund ihres Glaubens mit 59 Jahren im Kloster Blankenburg. Nein, in einer Pflegeanstalt Gertraudenhein, eine psychiatrische Einrichtung, abgeschieden und unbemerkt, in die Menschen seit 450 Jahren gebracht wurden, die aufgrund ihrer Behinderung nicht ins Bild passten, oder später durch die Nazis zwangseingewiesen wurden. Eutanasie betrieben wurde und den Menschen ihr Recht auf ausreichende Verpflegung abgesprochen wurde, sie qualvoll verhungerten. Wie ist Frieda in diese Einrichtung gekommen, und was haben ihre Großeltern wirklich zwischen 1933 bis 1945 gemacht?

Nach 1,5 Jahren hat die Autorin endlich die Genehmigung das Kloster Blankenburg zu besuchen. Es stehen noch Jahre vor ihr, in denen sie viele Archive besucht, aber auch mit wenig Unterstützung rechnen muss. Unzählige Krankenakten hatte sie gelesen, und es ist schon lange nicht nur die Suche nach Frieda, die sie antreibt, sondern die vielen Namen, denen sie begegnet, deren Inhalte sie bis in ihre Träume verfolgen.

" Ich habe ein Schleppnetz ausgeworfen. Irgenwie völlig daneben, weil ich jetzt den Dreck hochziehe,den Boden ausweiche, in der Hoffnung dich zwischen Klumpen und Vermodertem zu finden."

Das Buch ist kein Roman, sondern neben der Suche nach ihrer Großtante Frieda auch eine Art Bloßstellung und Aufarbeitung der damaligen Zeit im Nationalsozialismus. Die Unmenschlichkeit wie den Menschen jegliches Dasein abgesprochen wurde, selbst deren Familien jegliches Recht abgesprochen wurde. Wer sich für diese unrühmliche Geschichte Deutschlands interessiert, der liegt mit diesem Buch richtig. Es werden viele Details genannt, die das brutal vor Augen führen. Eine Geschichte gegen das Vergessen, gerade in der jetzige Zeit, in der viele Greultaten der Nazis verschwiegen und verleugnet werden.