Keine großen Antworten, aber wichtige Fragen
Das Cover von „Frieda“ gefällt mir sehr, denn in seiner Schlichtheit und Zurückhaltung hat es etwas sehr edles und gleichzeitig geheimnisvolles. Das Bild mit dem kleinen Ausschnitt des Fensters passt für mich symbolisch zudem wunderbar zum Inhalt dieses Buches und auch die Farben sind für meinen Geschmack stimmig gewählt.
„Die Suche nach meiner vergessenen Urgroßtante“, lautet der Untertitel des Buches und dieser Beschreibt den Inhalt sehr gut. Denn die Autorin begibt sich auf die Suche nach ihrer Urgroßtante, nachdem sie erst als Erwachsene von ihr und ihrem Schicksal erfährt. Frieda war beeinträchtigt und ist 1941 in einer Anstalt für Menschen mit Behinderung verstorben. Doch wer war diese Frau? Was ist ihr geschehen? Und wie passt ihre Geschichte in die der Familie sowie in die Gesellschaft?
Geraldine Oetken erzählt in ihrem Buch von ihrer Suche, aber auch von ihren Fragen, von ihren Gefühlen und von ihrer Recherche. Wer als LeserIn eine lückenlose Auflösung oder bahnbrechende Erkenntnisse erwartet, der wird in diesem Buch wenig fündig, doch alle Interessierten, die sich auf die sehr persönliche und intensive Spurensuche der Autorin einlassen können, werden eine Lektüre erleben, die unter die Haut geht. Mich hat es sehr beeindruckt und berührt, wie offen, wie schonungslos und wie nachdrücklich sich Geraldine Oetken ihrer Tante und der Familiengeschichte widmet. Dabei lässt sie niemanden „ungeschoren“ davon kommen und schaut auch bei sich selber ganz genau hin. Ihre Erzählweise an sich sorgt zudem für noch mehr Intensität, da sie ihre Urgroßtante immer wieder gezielt anspricht und ich als Leserin oft das Gefühl hatte, einem sehr intimen Zwiegespräch lauschen zu dürfen.
Es ist ein sehr feinsinniges, leises Buch, das Emotionen und Leerstellen präsentiert, das aber auch Verbindungen zu allgemeinen Geschehnissen dieser Zeit schlägt und Informationen zum Umgang mit beeinträchtigten und psychisch kranken Menschen zu Zeit des Nationalsozialismus gibt. Dies ist ein Thema, das selten Gehör findet, weshalb ich es sehr wichtig und gut finde, dass es hier Aufmerksamkeit erhält und viele Dinge waren mir in diesem Maße überhaupt nicht bewusst, weshalb das Buch bei mir auch für Erkenntnisgewinn gesorgt hat. Sehr gut gefallen hat mir zudem, dass es Bilder von Frieda gibt.
„Frieda“ ist für mich kein Buch, das große Antworten gibt, sondern eher einen Rahmen schafft, um nachzuspüren, hinzufühlen und das zum Nachdenken anregt. Es rüttelt wach und zeigt ganz deutlich, wie unmenschlich wir Menschen teilweise miteinander umgehen. Für mich schreit es zudem ganz laut „Achtung!“ und „Nie wieder!“ – nie wieder darf es ein solch unmenschliches System geben! Ich möchte dieses Buch allen LeserInnen empfehlen, die sich dieser persönlichen Aufarbeitung und Spurensuche widmen möchten und wünsche eine anregende Lesezeit!
„Die Suche nach meiner vergessenen Urgroßtante“, lautet der Untertitel des Buches und dieser Beschreibt den Inhalt sehr gut. Denn die Autorin begibt sich auf die Suche nach ihrer Urgroßtante, nachdem sie erst als Erwachsene von ihr und ihrem Schicksal erfährt. Frieda war beeinträchtigt und ist 1941 in einer Anstalt für Menschen mit Behinderung verstorben. Doch wer war diese Frau? Was ist ihr geschehen? Und wie passt ihre Geschichte in die der Familie sowie in die Gesellschaft?
Geraldine Oetken erzählt in ihrem Buch von ihrer Suche, aber auch von ihren Fragen, von ihren Gefühlen und von ihrer Recherche. Wer als LeserIn eine lückenlose Auflösung oder bahnbrechende Erkenntnisse erwartet, der wird in diesem Buch wenig fündig, doch alle Interessierten, die sich auf die sehr persönliche und intensive Spurensuche der Autorin einlassen können, werden eine Lektüre erleben, die unter die Haut geht. Mich hat es sehr beeindruckt und berührt, wie offen, wie schonungslos und wie nachdrücklich sich Geraldine Oetken ihrer Tante und der Familiengeschichte widmet. Dabei lässt sie niemanden „ungeschoren“ davon kommen und schaut auch bei sich selber ganz genau hin. Ihre Erzählweise an sich sorgt zudem für noch mehr Intensität, da sie ihre Urgroßtante immer wieder gezielt anspricht und ich als Leserin oft das Gefühl hatte, einem sehr intimen Zwiegespräch lauschen zu dürfen.
Es ist ein sehr feinsinniges, leises Buch, das Emotionen und Leerstellen präsentiert, das aber auch Verbindungen zu allgemeinen Geschehnissen dieser Zeit schlägt und Informationen zum Umgang mit beeinträchtigten und psychisch kranken Menschen zu Zeit des Nationalsozialismus gibt. Dies ist ein Thema, das selten Gehör findet, weshalb ich es sehr wichtig und gut finde, dass es hier Aufmerksamkeit erhält und viele Dinge waren mir in diesem Maße überhaupt nicht bewusst, weshalb das Buch bei mir auch für Erkenntnisgewinn gesorgt hat. Sehr gut gefallen hat mir zudem, dass es Bilder von Frieda gibt.
„Frieda“ ist für mich kein Buch, das große Antworten gibt, sondern eher einen Rahmen schafft, um nachzuspüren, hinzufühlen und das zum Nachdenken anregt. Es rüttelt wach und zeigt ganz deutlich, wie unmenschlich wir Menschen teilweise miteinander umgehen. Für mich schreit es zudem ganz laut „Achtung!“ und „Nie wieder!“ – nie wieder darf es ein solch unmenschliches System geben! Ich möchte dieses Buch allen LeserInnen empfehlen, die sich dieser persönlichen Aufarbeitung und Spurensuche widmen möchten und wünsche eine anregende Lesezeit!