Viele spannende Fragen, leider wenige Antworten
Das Cover und die gesamte Gestaltung von Frieda – Die Suche nach meiner vergessenen Urgroßtante haben mich sofort angesprochen. Auch der Klappentext und die Leseprobe machten neugierig: Die Autorin begibt sich auf die Spurensuche nach ihrer Urgroßtante, die während der NS-Zeit in einer Einrichtung starb und in der Familiengeschichte kaum noch eine Rolle spielte. Die Ausgangsidee fand ich sehr spannend und berührend.
Im Verlauf des Buches stellte sich für mich jedoch Ernüchterung ein. Die Recherche der Autorin erstreckt sich über mehrere Jahre, und ein großer Teil des Textes beschreibt ihre Suche durch Archive, Ämter und Aktenbestände. Gerade dadurch wird zwar nachvollziehbar, wie schwierig historische Familienrecherche sein kann, gleichzeitig hatte ich jedoch zunehmend das Gefühl, dass sich viele Kapitel um dieselbe Erfahrung drehen: Es gibt kaum neue Informationen über Frieda selbst.
Das Buch bewegt sich für mich zwischen Sachbuch und persönlichem Bericht. Einerseits werden Hintergründe zur NS-„Euthanasie“ und zur damaligen Zeit aufgearbeitet, andererseits erwartet man durch Titel und Thema eine stärkere biografische Annäherung an Frieda. Genau diese eigentliche Geschichte bleibt für meinen Geschmack zu vage. Die wenigen konkreten Spuren – einige Dokumente und Fotos – hätten aus meiner Sicht auch deutlich kompakter dargestellt werden können.
Der Schreibstil ist flüssig und journalistisch geprägt. Man merkt, dass die Autorin als Journalistin arbeitet: Die Recherchewege, Gespräche und Gedanken werden sehr detailliert geschildert. Wer sich für den Prozess des Suchens und für historische Aufarbeitung interessiert, könnte darin viel Interessantes finden. Mir persönlich fehlte jedoch die Balance zwischen Recherchebericht und erzählerischer Entwicklung.
Authentisch wirkte auf mich vor allem die persönliche Betroffenheit der Autorin und ihr Wunsch, einer vergessenen Verwandten einen Platz in der Familiengeschichte zurückzugeben. Dennoch konnte mich das Buch insgesamt nicht dauerhaft fesseln.
Fazit: Ein optisch ansprechend gestaltetes Buch mit einem wichtigen Thema und einer berührenden Ausgangsfrage. Leser*innen, die sich besonders für Familienforschung, Archive und die Aufarbeitung der NS-Zeit interessieren, könnten hier viel mitnehmen. Wer jedoch vor allem eine intensive biografische Geschichte über Frieda erwartet, sollte wissen, dass der Schwerpunkt eher auf dem langen Rechercheprozess als auf dem Leben der Urgroßtante selbst liegt.
Im Verlauf des Buches stellte sich für mich jedoch Ernüchterung ein. Die Recherche der Autorin erstreckt sich über mehrere Jahre, und ein großer Teil des Textes beschreibt ihre Suche durch Archive, Ämter und Aktenbestände. Gerade dadurch wird zwar nachvollziehbar, wie schwierig historische Familienrecherche sein kann, gleichzeitig hatte ich jedoch zunehmend das Gefühl, dass sich viele Kapitel um dieselbe Erfahrung drehen: Es gibt kaum neue Informationen über Frieda selbst.
Das Buch bewegt sich für mich zwischen Sachbuch und persönlichem Bericht. Einerseits werden Hintergründe zur NS-„Euthanasie“ und zur damaligen Zeit aufgearbeitet, andererseits erwartet man durch Titel und Thema eine stärkere biografische Annäherung an Frieda. Genau diese eigentliche Geschichte bleibt für meinen Geschmack zu vage. Die wenigen konkreten Spuren – einige Dokumente und Fotos – hätten aus meiner Sicht auch deutlich kompakter dargestellt werden können.
Der Schreibstil ist flüssig und journalistisch geprägt. Man merkt, dass die Autorin als Journalistin arbeitet: Die Recherchewege, Gespräche und Gedanken werden sehr detailliert geschildert. Wer sich für den Prozess des Suchens und für historische Aufarbeitung interessiert, könnte darin viel Interessantes finden. Mir persönlich fehlte jedoch die Balance zwischen Recherchebericht und erzählerischer Entwicklung.
Authentisch wirkte auf mich vor allem die persönliche Betroffenheit der Autorin und ihr Wunsch, einer vergessenen Verwandten einen Platz in der Familiengeschichte zurückzugeben. Dennoch konnte mich das Buch insgesamt nicht dauerhaft fesseln.
Fazit: Ein optisch ansprechend gestaltetes Buch mit einem wichtigen Thema und einer berührenden Ausgangsfrage. Leser*innen, die sich besonders für Familienforschung, Archive und die Aufarbeitung der NS-Zeit interessieren, könnten hier viel mitnehmen. Wer jedoch vor allem eine intensive biografische Geschichte über Frieda erwartet, sollte wissen, dass der Schwerpunkt eher auf dem langen Rechercheprozess als auf dem Leben der Urgroßtante selbst liegt.