Zwischen Vergangenheit und Verantwortung
Schon das schlichte Cover hat mich neugierig gemacht, weil es ruhig wirkt und trotzdem etwas Geheimnisvolles ausstrahlt. Der Klappentext hat sofort deutlich gemacht, dass hier keine erfundene Geschichte erzählt wird, sondern eine persönliche Spurensuche. Besonders spannend fand ich, dass Geraldine Oetken ihre fast vergessene Urgroßtante Frieda Schritt für Schritt aus dem Schweigen ihrer Familie herausholen möchte. Dabei begleitet man sie durch Archive, Akten und viele Recherchen, die zeigen, wie schwierig es sein kann, nach so langer Zeit Antworten zu finden. Gleichzeitig wird deutlich, wie eng ihre Suche mit der Geschichte des Nationalsozialismus verbunden ist und wie Menschen mit Behinderungen damals behandelt wurden. Das hat mich oft nachdenklich gemacht.
Ich mochte, dass die Autorin nicht nur nach Fakten sucht, sondern sich immer wieder fragt, welche Bedeutung Erinnerung heute noch hat. Gerade dieser persönliche Blick hat das Buch für mich lebendig gemacht. Der Schreibstil wirkt ruhig und sehr sorgfältig, an manchen Stellen hätte ich mir allerdings etwas mehr Straffung gewünscht, weil sich einzelne Recherchewege recht ausführlich anfühlten. Trotzdem hatte ich nie den Eindruck, dass das Thema dadurch an Bedeutung verliert. Frieda bleibt zwar in vielem eine unbekannte Person, doch genau das macht die Suche nach ihr so bewegend.
Ich habe das Buch mit vielen Gedanken beendet und finde es wichtig, dass solche Familiengeschichten erzählt werden. Für mich war es eine eindrucksvolle Lektüre, auch wenn ich mir stellenweise etwas mehr Nähe zu Friedas eigenem Leben gewünscht hätte. Deshalb bleibt für mich ein sehr lesenswertes Buch, das ich mit guten 4 von 5 Sternen bewerte.
Ich mochte, dass die Autorin nicht nur nach Fakten sucht, sondern sich immer wieder fragt, welche Bedeutung Erinnerung heute noch hat. Gerade dieser persönliche Blick hat das Buch für mich lebendig gemacht. Der Schreibstil wirkt ruhig und sehr sorgfältig, an manchen Stellen hätte ich mir allerdings etwas mehr Straffung gewünscht, weil sich einzelne Recherchewege recht ausführlich anfühlten. Trotzdem hatte ich nie den Eindruck, dass das Thema dadurch an Bedeutung verliert. Frieda bleibt zwar in vielem eine unbekannte Person, doch genau das macht die Suche nach ihr so bewegend.
Ich habe das Buch mit vielen Gedanken beendet und finde es wichtig, dass solche Familiengeschichten erzählt werden. Für mich war es eine eindrucksvolle Lektüre, auch wenn ich mir stellenweise etwas mehr Nähe zu Friedas eigenem Leben gewünscht hätte. Deshalb bleibt für mich ein sehr lesenswertes Buch, das ich mit guten 4 von 5 Sternen bewerte.