Ein idyllischer Ort, an dem ganz offensichtlich etwas nicht stimmt

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Das Cover gefällt mir richtig gut! Die düstere norwegische Landschaft, die sich mit dem Gesicht eines Mannes verbindet, wirkt geheimnisvoll und irgendwie bedrohlich. Besonders spannend finde ich den Kontrast zwischen den dunklen Farben und dem auffälligen, fast schon grellen Schriftzug. Das ist definitiv ein Cover, das mir in der Buchhandlung sofort ins Auge fallen würde. Und spätestens bei dem Untertitel „Der perfekte Ort zum Heilen … oder Sterben?“ wäre meine Neugier geweckt.

Schon der Prolog hat mich gepackt. Eine Frau paddelt im Morgengrauen über einen unheimlichen See, offenbar auf der Flucht vor jemandem. Mehr braucht es eigentlich gar nicht, um bei mir die ersten Fragen aufzuwerfen. Was ist passiert? Vor wem hat sie Angst? Und was hat es mit den verlassenen Hütten am Nordufer auf sich?

Der Schreibstil gefällt mir ausgesprochen gut. Er ist flüssig, bildhaft und angenehm direkt. Besonders die Beschreibungen der norwegischen Landschaft haben es mir angetan. Ich konnte mir diesen wunderschönen, abgeschiedenen Ort sofort vorstellen. Gleichzeitig liegt von Anfang an etwas Unheilvolles über der ganzen Szenerie. Diese Mischung aus traumhafter Natur und unterschwelliger Bedrohung finde ich unglaublich gelungen.

Helene war mir direkt sympathisch. Ich mag ihre skeptische, manchmal herrlich sarkastische Art. Sie lässt sich von dem ganzen Gerede über Selbstheilung und innere Energien nicht so leicht beeindrucken und hinterfragt vieles. Gerade ihre Gedanken über Frøhlands vermeintlich tiefgründige Erkenntnisse haben mich mehrfach schmunzeln lassen. Umso spannender fand ich es, dass ausgerechnet sie während seiner Sitzung plötzlich die Kontrolle über ihre Gefühle zu verlieren scheint.

Frøhland selbst ist mir dagegen vom ersten Moment an unheimlich. Seine Art, Menschen zu durchschauen, seine körperliche Nähe und vor allem sein dominantes Auftreten haben bei mir sofort sämtliche Alarmglocken schrillen lassen. Ich kann gut nachvollziehen, dass Helene ihm misstraut. Auch die übrigen Teilnehmer finde ich interessant. Besonders Judith mit ihrer direkten, trockenen Art gefällt mir bisher. Bei Thea und Jørgen bin ich mir dagegen noch überhaupt nicht sicher, was ich von ihnen halten soll.

Richtig spannend wurde es für mich, als sich herausstellte, dass Helene keineswegs nur zur Selbstfindung nach Norwegen gereist ist, sondern nach Antworten auf das Verschwinden ihres Bruders Jan sucht. Der anonyme Brief, Frøhlands Vergangenheit und die merkwürdigen Regeln des Instituts lassen vermuten, dass hier einiges verborgen wird. Besonders das strikte Verbot, das Nordufer zu betreten, macht mich natürlich erst recht neugierig.

Ich erwarte einen psychologisch spannenden Thriller, in dem Manipulation, Macht und Vertrauen eine große Rolle spielen. Mich interessiert besonders, wie Frøhland es schafft, so viel Einfluss auf seine Teilnehmer auszuüben, und ob hinter seinen Methoden tatsächlich mehr steckt als geschickte Menschenkenntnis und psychologische Tricks.

Am liebsten hätte ich direkt weitergelesen! Ich möchte unbedingt erfahren, was mit Jan geschehen ist, wer Helene den anonymen Brief geschickt hat und welches Geheimnis dieser wunderschöne, aber zunehmend beklemmende Ort verbirgt. Die Leseprobe hat für mich genau das geschafft, was ein guter Thriller schaffen sollte: Sie hat mich neugierig gemacht, misstrauisch werden lassen und mit jeder neuen Information noch mehr Fragen aufgeworfen.