Ort der Heilung oder Ort der Gefahr?

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fietesfrauchen Avatar

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Die Geschichte spielt in Norwegen, mitten in einer wunderschönen, aber ziemlich abgeschiedenen Landschaft. Dort befindet sich ein Institut für ganzheitliche Selbstheilung, in dem Menschen durch verschiedene Seminare und ungewöhnliche Methoden wieder zu sich selbst finden sollen.

Auch die Anwältin Helene nimmt an einem solchen Seminar teil. Allerdings hat sie einen ganz anderen Grund für ihren Aufenthalt als die übrigen Teilnehmer. Ihr Bruder Jan war einige Wochen zuvor ebenfalls dort und ist anschließend spurlos verschwunden. Die Polizei geht davon aus, dass er sich das Leben genommen hat. Doch Helene kann und will das nicht glauben. Vor allem, weil sie einen anonymen Brief erhalten hat, der darauf hindeutet, dass hinter seinem Verschwinden möglicherweise mehr steckt.

Also beschließt sie, selbst nach Norwegen zu reisen und herauszufinden, was dort wirklich passiert ist.

Schnell merkt sie, dass in diesem Institut einiges merkwürdig ist. Der Leiter Frøhland ist ein ziemlich eigenartiger Mensch. Einerseits wirkt er charismatisch und scheint genau zu wissen, wie er an die Gefühle und Schwachstellen seiner Teilnehmer herankommt. Andererseits hat er etwas Unheimliches an sich. Seine Methoden sind teilweise sehr fragwürdig, und auch die strengen Regeln, an die sich alle halten müssen, machen Helene zunehmend misstrauisch.

Dazu kommen die anderen Teilnehmer, die alle ihre eigenen Geschichten und Probleme mitbringen. Manche sind von Frøhland vollkommen begeistert, andere stehen ihm eher skeptisch gegenüber. Und auch die Mitarbeiter des Instituts verhalten sich teilweise ziemlich seltsam.

Als Helene dann bei einem der Mitarbeiter einen Gegenstand entdeckt, der ihrem verschwundenen Bruder gehört haben könnte, bekommt die ganze Geschichte noch einmal eine andere Richtung. Denn plötzlich stellt sich nicht mehr nur die Frage, warum Jan sich das Leben genommen haben sollte, sondern ob er überhaupt Selbstmord begangen hat.

Warum ich weiterlesen möchte

Was mir an der Geschichte bisher besonders gefällt, ist diese Mischung aus der wunderschönen norwegischen Natur und der immer unheimlicher werdenden Atmosphäre. Eigentlich könnte das Institut ein traumhafter Ort sein, an dem man wunderbar abschalten kann. Aber gerade diese Abgeschiedenheit, die fehlende Verbindung zur Außenwelt und die eigenartigen Menschen sorgen dafür, dass man ständig das Gefühl hat, dass irgendetwas nicht stimmt.

Spannend finde ich auch, dass Frøhland nicht einfach nur als unsympathischer Scharlatan dargestellt wird. Zwischendurch hat man durchaus den Eindruck, dass seine Methoden tatsächlich etwas bei den Menschen bewirken. Gleichzeitig fragt man sich aber, ob er diese Fähigkeit vielleicht ganz bewusst ausnutzt, um seine Teilnehmer zu manipulieren.

Auch Helene gefällt mir als Hauptfigur. Sie ist kritisch, manchmal etwas sarkastisch und lässt sich nicht so leicht etwas vormachen. Trotzdem merkt man, dass auch sie ihre Schwachstellen hat und Frøhland es immer wieder schafft, sie aus dem Konzept zu bringen.

Ich möchte auf jeden Fall wissen, was damals mit Jan passiert ist und welche Rolle Frøhland dabei spielt. Besonders neugierig bin ich darauf, was es mit dem verbotenen Nordufer, den merkwürdigen Mitarbeitern und den anderen Seminarteilnehmern auf sich hat. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dort jeder etwas zu verbergen hat.

Für mich ist das bisher ein Psychothriller, der nicht unbedingt durch große Schockmomente spannend wird, sondern vielmehr dadurch, dass sich nach und nach ein ungutes Gefühl einschleicht. Man weiß nie so richtig, wem man glauben kann, und fängt irgendwann an, selbst hinter jeder Kleinigkeit etwas zu vermuten.