Wenn das Böse dich mit stechenden Augen ansieht

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anja_aus_nickern Avatar

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Was für eine unglaublich spannende und lange Leseprobe! Schon nach wenigen Seiten hat mich Thomas Kiehl vollkommen in seinen Bann gezogen. Und dieser Ando Frøhland erst. Bei ihm bekomme ich direkt eine Gänsehaut!
Er wirkt auf mich wie ein selbst ernannter Heiler, ein Guru, der seine Anhänger mit beinahe sektenartigen Methoden in seinen Bann zieht. Wie Helene es beschreibt, erinnert er an eine Schlange, die ihr Gegenüber durchdringend fixiert und scheinbar bis in die tiefsten Winkel der Seele blicken kann. Beim Lesen hatte ich regelrecht das Gefühl, er könnte Helenes Gedanken lesen und alles aufdecken. Auch das Setting hat mich sofort begeistert. Ein Institut für Selbstfindung, eingebettet in die überwältigende, naturgewaltige Kulisse Norwegens. Doch hinter dieser beeindruckenden Landschaft lauert etwas Gefährliches. Bereits die Leseprobe lässt erahnen, welche psychologische Spannung hier auf mich wartet. Und genau das liebe ich an einem guten Thriller, dieses unterschwellige Unbehagen, das Gefühl, dass etwas ganz und gar nicht stimmt, obwohl man noch nicht einmal genau sagen kann, was es ist.
Mit Retreats und Selbstfindungskursen kann ich persönlich herzlich wenig anfangen. Bei solchen Angeboten muss ich eher schmunzeln. Umso erstaunlicher finde ich es, wie mich dieser Ando Frøhland magisch anzieht. Es ist beinahe, als würde er seine dunklen Klauen aus den Seiten des Buches nach mir ausstrecken und mich auffordern, tiefer in seine Welt einzutauchen. Ich will unbedingt wissen, was hinter seiner Fassade steckt und wie weit sein Einfluss auf die Menschen tatsächlich reicht. Für mich ist Frøhland nach dieser Leseprobe erst einmal das personifizierte Böse. Doch genau hier liegt der Reiz. Ist er wirklich der gefährliche Manipulator oder gar Mörder, für den ich ihn halte, oder führt Thomas Kiehl mich bewusst auf eine falsche Fährte? Ich bin unglaublich neugierig, möchte unbedingt weiterlesen und herausfinden, welche Abgründe sich in Norwegen auftun. Wenn ein Thriller es schon in der Leseprobe schafft, mich derart zu fesseln und gleichzeitig misstrauisch gegenüber einer einzigen Figur zu machen, dann hat er definitiv meine Aufmerksamkeit gewonnen.