Spannend, fesselnd – ein Albtraum vor eindrucksvoller Kulisse

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Das Frøhland-Institut steht für ganzheitliche Selbstheilung, der Inhaber ist zugleich Namensgeber und Leiter der Seminare. Vor eindrucksvoller Kulisse liegt es ziemlich abgeschieden an einem See, dessen Nordufer von den Teilnehmern nicht betreten werden darf. Die Nutzung digitaler Geräte ist untersagt, auch ist eine Zeit der Stille vorgesehen, in der jegliche Kommunikation zu unterbleiben hat. Fünf Regeln sind es, die unbedingt einzuhalten sind in diesem Retreat, das abseits jeglicher äußerlicher Einflüsse Erfolg verspricht.

Es ist eine kleine Gruppe, die sich neu formiert. Helene ist es, der wir hierher folgen. Sie ist Rechtsanwältin und auf den Spuren ihres jüngeren Bruders Jan, der hier vor einiger Zeit zu Tode gekommen sein soll. Sein spurloses Verschwinden wird als Suizid propagiert, Helene aber glaubt, dass mehr dahinter steckt.

Sowohl Frøhland, der sich Mahatma Ando Frøhland nennt als auch sein gehörloser Helfer Ørnulf sind mir bald suspekt. Und nicht nur die beiden, auch so einige Teilnehmer des Selbstfindungs-Seminars benehmen sich äußerst fragwürdig. Je mehr man von ihnen allen weiß, desto mehr fühlt man sich hinters Licht geführt. Selbst dann, wenn ihr Verhalten, ihre Aussagen, logisch erscheinen, dauert es nicht lange und es geschieht etwas und neue Zweifel machen sich breit.

Thomas Kiehl bindet das idyllisch gelegene Retreat inmitten der Stille, der Wälder und der felsigen Landschaft sehr atmosphärisch, sehr stimmig, in das Ziel des Seminars, in den ganzheitlichen Heilungsprozess mit ein. So weit, so folgerichtig. Und doch so fragwürdig.

Es sind nur wenige Tage, in denen man spürt, wie manipulativ hier vorgegangen wird. Und das beileibe nicht nur von diesem selbsternannten Heiler. Jeder einzelne der Anwesenden scheint mehr zu verbergen zu haben, als es den Anschein hat. Diese subtile Stimmung zieht sich durch die Geschichte, der ich gespannt folge, die mich ab sofort fesselt und mich nicht loslässt bis zum verblüffenden Ende. Ein Thriller, der mit vielen, so gar nicht erwarteten Wendungen aufwartet, der mir immer wieder aufs Neue abverlangt, meinen Blickwinkel neu zu justieren. Frøhland. Ein Albtraum, ein psychologischer Thriller, der mich absolut überzeugt hat.