Eleganter Tiefgang unter mediterraner Sonne

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frau_b Avatar

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Nach den ersten 23 Seiten von „Fünf Tage im Licht“ bin ich noch ganz berauscht von dieser sommerlichen, fast schon flirrenden Atmosphäre. Rhiannon Lucy Cosslett schafft es unglaublich gut, dieses Gefühl von mediterraner Hitze und der Verheißung einer kurzen Auszeit einzufangen. Man spürt förmlich die Sonne auf der Haut und hört das Zirpen der Grillen im Hintergrund.
Was mich aber am meisten fasziniert, ist die leise Melancholie, die unter der strahlenden Oberfläche mitschwingt. Die Protagonistin wirkt auf mich sehr authentisch; sie trägt diese typischen Fragen und Unsicherheiten mit sich herum, die man oft hat, wenn man an einem Wendepunkt im Leben steht. Es ist kein lauter Start, sondern ein sehr feiner, fast intimer Einblick in ihre Gefühlswelt. Ich habe das Gefühl, dass diese fünf Tage weit mehr sind als nur ein Urlaub – es fühlt sich an wie die Ruhe vor dem Sturm oder der Moment, in dem man endlich anfängt, wirklich hinzusehen.
Der Schreibstil ist elegant und sehr bildhaft, sodass ich schon jetzt das Gefühl habe, gemeinsam mit ihr in dieses helle, gleißende Licht einzutauchen. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Dynamik in der kurzen Zeit verändern wird und welche tiefen Wahrheiten unter der Urlaubsidylle zum Vorschein kommen.