Ein Roman mit magischer Anziehungskraft

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Rhiannon Lucy Cosslett: Fünf Tage im Licht

Ein zärtlicher Roman von Rowohlt Kindler mit magischer Anziehungskraft und eine Ode an die weibliche Kunst.
Sophie ist Künstlerin. Sie stammt aus nicht gerade reichen Verhältnissen, im Gegensatz zu ihren Freundinnen, die in der Lotterie des Lebens finanziell das große Los gezogen haben. Daher verbringen Sie auch Helenas Junggesellinnenabschied auf einer griechischen Insel, wo ihre Freundin Alessia ein Haus besitzt, und wo sie sich als Aktmodel für Sophie zur Verfügung stellt.
Sie verbringen erst die Zeit zu viert, bis nach vier Tagen ihre Männer nachkommen. Sophie und Greg sind schon eine ganze Weile ein Paar, aber sie macht sich Gedanken, dass Gregs Kinderwunsch immer zwischen ihnen stehen wird. Ihr ist bewusst, dass sie Mutterschaft von ihrem Künstlerinnendasein fernhalten wird und dass sie von Greg die Sicherheit, die Garantie, sich selbst weiterhin verwirklichen zu können, nicht bekommen wird.

Am ersten Tag lernt sie auch noch den attraktiven Kellner Ky kennen, der schon seit jeher für Alessia Familie arbeitet. Sie beginnen eine leidenschaftliche, erotische Beziehung in die sie sich, trotz der Liebe zu Greg, tief fallen lassen kann.
Währenddessen treten immer mehr Spannungen zwischen den Freundinnen auf und als die Männer kommen, eskaliert die Situation.
Absolute Leseempfehlung :

Cosslett befasst sich in ihrem Roman mit Freundschaft, mit dem Habitus von Menschen, die mit Geld geboren sind und was es bedeutet, wenn dies nicht der Fall ist. Sie befasst sich mit Leidenschaft, Erotik und mit dem Blick auf eine weibliche Körperlichkeit, wie man es selten lesen wird.

In Zwischenkapiteln, die die Autorin aus der Du-Perspektive schreibt, spricht sie mit Künstlerinnen, die in der Kunstgeschichte kein oder zu wenig Gehör gefunden haben, sei es, weil sie von einem Mann dominiert worden sind, oder weil ihr Körper oder ihr Kind sie niedergedrückt hat. Sie schreibt über deren Werk und über deren Errungenschaften, über das, was noch hätte sein können und hätte sein müssen.

Sie setzt damit nicht nur den Künstlerinnen ein Denkmal, sondern auch all den Frauen, deren Streben nach Selbsterhaltung ihr Kampf des Lebens ist.
Dieser Roman ist so wunderbar geschrieben, so klug und hinreißend, dass ich ihn unbedingt jedem ans Herz legen möchte.