Ein Sommerroman voller Kunst, Sehnsucht und kluger Zwischentöne

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eileenttk Avatar

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Die Malerin Sophie verbringt gemeinsam mit drei Freundinnen einige Sommertage auf einer griechischen Insel. Während die Hitze über der Insel liegt und die Tage scheinbar träge vergehen, gerät ihr Leben immer mehr ins Wanken. Ihr Freund setzt sie mit seinem Kinderwunsch unter Druck, gleichzeitig beginnt Sophie eine Affäre, die vieles infrage stellt. Parallel arbeitet sie an einem Aktporträt ihrer Freundin Alessia, doch auch diese Beziehung verändert sich zunehmend.

Ich hatte beim Lesen wirklich eine richtig gute Zeit. „Fünf Tage im Licht“ ist atmosphärisch, intelligent und sprachlich unglaublich fein erzählt. Besonders die Verbindung aus Kunst, Weiblichkeit, Begehren und Selbstbestimmung hat mich komplett abgeholt. Man merkt auf jeder Seite, wie stark Kunst in diesem Roman verankert ist und wie bewusst mit ihr gearbeitet wird. Gerade die Passagen rund um Malerei und den weiblichen Blick auf Körper und Kunst fand ich unglaublich spannend.

Was das Buch für mich aber wirklich besonders gemacht hat, war Sophie als Figur. Sie trifft Entscheidungen, die sie eigentlich unsympathisch machen müssten. Und trotzdem schafft es Rhiannon Lucy Cosslett, dass man sich ihr emotional verbunden fühlt. Sophie weiß selbst, dass sie Fehler macht, reflektiert ihr Verhalten und begegnet sich dabei mit einer Ehrlichkeit, die sie greifbar macht. Genau das fand ich extrem klug geschrieben.Auch sprachlich hat mich der Roman immer wieder abgeholt. Zwischen vielen ruhigen, beobachtenden Momenten finden sich Sätze und Gedanken, die hängen bleiben, ohne gewollt poetisch zu wirken.

„Fünf Tage im Licht“ ist kein klassischer Sommerroman, auch wenn Cover und Setting zunächst genau das vermuten lassen. Stattdessen ist es ein vielschichtiger Roman über Kunst, weibliches Begehren, gesellschaftliche Erwartungen und die Frage, wem das eigene Leben und der eigene Körper eigentlich gehören. Für mich definitiv ein Highlight.