Eine verwirrende Geschichte über Kunst, Feminismus, Selbständigkeit, ganz anders als erwartet.

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"... aber ich hatte damals schon das Gefühl, zu zerfließen. Wir zerflossen alle. Ich konnte zusehen, wie sich meine Freundinnen vor meinen Augen auflösten, wie ihre Konturen mit dem Hintergrund dessen verschmolzen, was langsam und unmerklich unser Leben geworden war."
Sophie, Helena, Alessia und Iris verbringen 5 Tage auf einer traumhaften Insel in Griechenland. Es ist Helenas Junggesellinenabschied. 5 Tage feiern, in der Sonne liegen, das Leben genießen. 5 Tage, bevor die Männer dazustoßen sollen.
Sophie ist Malerin, arbeitet aber in einem Museumsshop. Sie erzählt ihre Geschichte, ihre 5 Tage im Licht, in denen sie ein Alktbild von Alessia malt, das Leben genießt - und eine heiße Affäre mit Ky, dem Kellner der nahen Taverne beginnt.
Sie stammt aus einfacheren Verhältnissen als ihre wohlhabenden Freundinnen, hat eine Schwester, die nach einem schweren Badeunfall beeinträchtigt ist und manchmal wirkt es, als würde sie nicht ganz in die Frauenrunde passen.
Sophie beginnt jedes Kapitel mit einem persönlichen Gespräch in Gedanken mit unterschiedlichen Künstlerinnen, deren Werke sie inspiriert haben. Sie beschäftigt sich viel mit Frauen in der Kunst, sei es als Schafferin oder als Modell. Diese Teile fand ich manchmal etwas verwirrend. Ich habe dann das ein oder andere erwähnte Bild gegoogelt und versucht, mich damit in die richtige Stimmung zu bringen.
Für mich war das gesamte Hörbuch ein Eintauchen in eine fremde Welt. Und ich rede nicht von Griechenland! 4 Frauen, die sich unterschiedlich gut verstehen, sehr feministisch geben, aus Verhältnissen stammen, die mir fremd sind. Dazu ein Bereich von Kunst, mit dem ich mich noch nicht viel beschäftigt habe. Es gibt mir zu denken, dass ich bei meinen ausgiebigen Museumstouren bisher auf wenig weibliche Künstlerinnen gestoßen bin - und es mir erst jetzt richtig bewusst wird.
Was mich zusätzlich irritierte: Die vier Frauen reden über Abtreibung, als würden sie sich ein Eis am Kiosk holen, goggsen (und ja, ich weiß, wie man das richtig schreibt, und nein, ich will nicht dass die Rezi wegen dieses Wortes gesperrt wird) wie andere Kaffee trinken. Eine mir völlig fremde Lebensart und -einstellung, mit der ich so meine Probleme hatte.
Als die Männer dazukommen, ändert sich der Ton der Geschichte. Helenas Verlobter ist fürchterlich, ebenso schrecklich wie das Spiel, das Sophie mit ihrem Freund Greg und ihrem Geliebten Ky spielt. Greg möchte unbedingt ein Kind, Sophie hat Angst, dass sie es dann nie in der Kunstwelt zu etwas bringen kann. Obwohl sie sich in ihren Gedanken-Gesprächen immer wieder mit Frauen beschäftigt, die noch unter viel schwierigeren Bedingungen Kunst erschaffen haben.
So abgeklärt und selbstständig sich die Frauen gaben, Sophies Affäre mit Ky, die Beziehung der Braut zu ihrem Verlobten, das zeigte ein ganz anderes Bild.
Immer wieder lässt Sophie uns in kurzen Einschüben an zukünftigen Ereignissen teilhaben, was manchmal die Spannung steigerte, einiges aber für mich zu früh verriet. Dadurch spürte man die Katastrophe herannahen, aber das ganze Ausmaß zeigte sich teilweise nur bruchstückhaft im aprubten Ende.
Henriette Schreurs spricht abwechslungsreich und spannend - außer in der direkten Rede. Da sie den Rest so gut macht, gehe ich davon aus, dass es gewollt ist, dass jeder gesprochene Satz unglaublich gelangweilt klang, wie bei einem trägen Teenager. Das machte das Zuhören manchmal etwas schwierig.
Was für mich unterm Strich übrig bleibt: Eine verwirrende Geschichte über Kunst, Feminismus, Selbständigkeit, ganz anders als erwartet.
"Fünf Tage im Licht" lässt mich etwas irritiert zurück - aber auch neugierig auf all die weiblichen Künstlerinnen, von denen ich bis jetzt viel zu wenig gehört habe.
Fazit:
Eine verwirrende Geschichte über Kunst, Feminismus, Selbständigkeit, ganz anders als erwartet.