Female, nude!

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Ich beginne Rezensionen normal immer mit dem Positiven, hier fange ich mal mit dem Negativen an.
Was schlecht war: Cover und Titel. Lieber Verlag, what did you do? In diesem speziellen Fall ist das englischsprachige Cover nun auch wirklich kein Meisterwerk, aber definitiv besser und treffender als dieses hier, das mich eher an ein Werbeplakat aus 2015 erinnert. Mit der Gestaltung der deutschsprachigen Ausgabe wird überhaupt nicht transportiert, was für eine Art von Roman das wirklich ist!

Kommen wir damit zu dem, was gut war: Der Inhalt das Buchs.
Hinter den generischen und ein bisschen altbackigen Buchdeckeln verbirgt sich nämlich eine kluger Text, der sich mit weiblicher Kunst und zahlreichen feministischen Themen auseinandersetzt.

Es ist ein eigentlich typische Setting eines Sommerromans: Eine Gruppe Freundinnen verbringt einen Urlaub auf einer griechischen Insel. Die letzten Tage ohne Männer, bevor eine von ihnen heiratet. Eine Art Abschiedsfest der gemeinsamen Girlhood. Die Protagonistin verliebt sich schließlich in einen anderen Mann, gerät ins Zweifeln.
Doch im Mittelpunkt dieser Geschichte steht gar nicht so sehr eine Liebesgeschichte, sondern viel mehr die inneren Konflikte der Frauen: Es geht um Selbstbestimmung und Selbstwahrnehmung, um Mutterschaft, Körperlichkeit und das oft komplexe Gefüge von weiblicher Freundschaft.

Besonders fällt auf, dass zwischen den Kapiteln immer wieder von Freuen geschaffene Werke und Darstellungen weiblicher Körper in der Kunstgeschichte thematisiert werden. Dadurch erhält der Roman eine zusätzliche Ebene.

Der Schreibstil der Autorin ist atmosphärisch und klar. Sie beschwört damit die flirrende, manchmal erdrückende Stimmung einer heißen Urlaubswoche herauf. Zwischenzeitlich hat das Buch Längen und verliert zwischen all den Themen etwas seinen Fokus.
Nichtsdestotrotz gelingt es der Autorin zu unterhalten und den Finger immer wieder gezielt in kleine Wunden zu legen.
"Famale, nude!", wie das Buch im Original heißt, ist ein besondererer Sommerroman, der eindeutig mehr sein möchte als ein klassischer Vertreter seines Genres.